Neckartenzlingen Sich den Herausforderungen stellen

Neckartenzlingen / WIELAND LEHMANN 17.12.2015
Es muss gebaut werden, sowohl bezahlbarer Wohnraum als auch Unterkünfte für Flüchtlinge. Ein erster Schritt für Bebauungspläne wurde gemacht. Und ein Steinbackofen fand sofort allgemeine Zustimmung.

Der Bau von bezahlbarem Wohnraum und die Unterbringung von Flüchtlingen - vor diesen Herausforderungen stehen die meisten Gemeinden. In Neckartenzlingen gibt es keine großen Flächen mehr, mit denen man punkten kann.

Die Gemeinde ist aber in der Pflicht, umso mehr sind Anstrengungen notwendig, zeitig genug auf Kommendes zu reagieren. Der Gemeinderat hatte am Dienstag vier Beschlüsse zur Aufstellung von Bebauungsplänen und den örtlichen Bauvorschriften zu fassen. In Frage kommen der Bereich Panoramastraße/Hecksträßerweg für eine Wohnbebauung, ein Gelände am Schul-, Sport- und Gemeindezentrum Metzinger Straße, die Auwiesen-Erweiterung sowie ein Gelände an der Stuttgarter Straße für den Bauhof. Klar ist, dass bei all diesen Vorhaben diverse Gespräche geführt, Gutachten eingeholt werden und Abstimmungen mit den zuständigen Ämtern erfolgen müssen.

Es ging bei dieser Sitzung also darum, einen ersten Schritt zu tun, um dann in die Einzelfragen einsteigen zu können, wie Bürgermeister Herbert Krüger betonte. Es bedarf also noch einer ausgiebigen Diskussion im Gemeinderat, inwieweit solche Pläne auch umgesetzt werden können. Aber am Dienstag zeigten sich bereits erste Einwendungen. Votierten bei den Gebieten Panoramastraße/Hecksträßerweg, Auwiesen und zum Bauhof an der Stuttgarter Straße die Gemeinderäte einstimmig für den Beschluss, so stimmten sieben Gemeinderäte gegen einen Beschluss zum Bebauungsplan am Schul-, Sport und Gemeindezentrum Metzinger Straße. Man darf also aufmerksam verfolgen, was in den nächsten Gemeinderatssitzungen zu diesen Themen auf der Tagesordnung steht.

Von einem anderen Bauprojekt zeigten sich die Gemeinderäte dann aber außerordentlich angetan. Fünf Schüler des Gymnasiums, Moritz Rambow, Felix Gutenkunst, Florian Matuschowitz, Finn Rischmüller und Frederik Weiß präsentierten ihren Seminarkurs "Brot", wobei es um die Zustimmung für den Bau eines Steinbackofens im Schulzentrum ging. Die Gymnasiasten hatten eine perfekte Vorstellung parat, die von der Projektbeschreibung bis zu den Kosten reichte.

Der Ofen könnte mit einem Bausatz von Feuerungsbau Mutschler gebaut werden oder im Eigenbau entstehen. Als effektiven Nutzen wiesen sie Workshops für Interessierte, die Eingliederung in den Unterricht, sogar für einzelne Fächer wie Geschichte, Biologie, Sprachen und Religion aus, machten auch zwei Vorschläge für den Standort, wobei sie sowohl den Brandschutz als auch die Nutzbarkeit im Blick hatten.

Wichtig war ihnen die individuelle Gestaltungsmöglichkeit, die Verwendung hochwertiger Materialien, gleichmäßige Backergebnisse und geringe Kosten. So veranschlagen sie für die eine Variante 1200, für die andere 2500 Euro. Auch über die Finanzierung haben sich die Schüler Gedanken gemacht. Das soll über Spenden, Geld vom Förderverein und der Volksbank geschehen, auch über einen Schulrabatt für den Bausatz von der Firma Mutschler und bei den Baustoffen von der Gemeinde.

Ob man denn zur Einweihung auch eingeladen werde, wollte eine Gemeinderätin wissen. Wer spende, der erhalte natürlich eine Einladung, war die mit einem Lächeln gegebene Antwort.

Und sicher kann man sich dann auch selbst von der Güte des gebackenen Brotes überzeugen. Wer sich schon jetzt entschließt, dieses Projekt zu unterstützen: Gesucht werden Klinkersteine. Das Votum für den Bau eines Steinbackofens im Schulzentrum fiel im Gemeinderat einstimmig aus.

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