Riederich Seniorenhaus zum Zweiten

Riederich / CHRISTINA HÖLZ 16.05.2014
Wie soll sich Riederich in Zukunft entwickeln? Welche Projekte will der Gemeinderat vorantreiben? Wir sprachen mit Kandidaten über Dauerbrenner wie die Lücke im Baldauf-Areal, Lehrschwimmbad und Verkehr.

Klare Sache, welches Projekt Priorität Nummer eins besitzt: "Wir wollen die letzte freie Fläche auf dem Baldauf-Areal schließen" - das betonen fünf von 19 Riedericher Gemeinderatskandidaten, die im Vorfeld der Kommunalwahl unserer Zeitung Rede und Antwort standen. Denn hinter der letzten großen Lücke im neuen Wohngebiet (das Grundstück an der Ortsdurchfahrt) steht bekanntlich eine längere Geschichte: Rat und Verwaltung wollten dort ein Seniorenhaus bauen. Plan und Genehmigung lagen bereits vor, weil der Investor die Rathaus-Oberen aber jahrelang warten ließ und schließlich keine Finanzierungbestätigung vorlegte, kaufte die Gemeinde Riederich das Grundstück für rund 450 000 Euro zurück.

Stand der Dinge heute? "Wir sind wieder bei Null", sagen die Gemeinderäte. Das soll sich aber bald ändern, denn die Suche nach einem neuen Investor müsse jetzt zu den wichtigen Aufgaben für Rat und Verwaltung zählen, spricht Gemeinderätin Kathrin Müller für ihre Mitstreiter. Nach wie vor favorisieren die Kommunalpolitiker an dieser markanten Stelle in der Ortsmitte ein Angebot für Senioren.

Wie allerdings die Einrichtung auszusehen hat, ob es sich, wie einst geplant, um ein Haus mit überwiegend Heimplätzen handelt, das muss wohl überlegt sein, erklärt Rätin Johanna Kruppa: "Die Betreuungsform muss gut nachgefragt und auf Riederich zugeschnitten sein". Und ihre Kollegin Gisela Kromer ergänzt: "Wir müssen die demographischen Entwicklung im Ort im Blick haben."

Um den genauen Bedarf zu ermitteln, setzt nicht nur Kandidat Herbert Schietinger auf einen externen Fachmann, der die Riedericher in Sachen Seniorenhaus beraten soll.

Gemeinderat Jürgen Stirnkorb bringt schließlich ein weiteres Vorhaben aufs Tapet: Das Riedericher Lehrschwimmbecken muss dringend saniert werden. Den Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat bereits gefasst, in naher Zukunft will der Rat das Projekt jetzt angehen. Zu prüfen ist laut Jürgen Stirnkorb, ob ein Neubau nicht langfristig kostengünstiger ist als eine Rundum-Sanierung. Im Bad ist die Technik marode, zudem brauchts ein neues Becken und auch die Wände müssten erneuert werden.

Einig sind sich die Kommunalpolitiker darin, dass sich die Investition ins Lehrschwimmbecken lohnt. Nicht nur Riedericher Kinder, auch Schüler aus Bempflingen, Mittelstadt und Grafenberg lernen dort das Schwimmen. Und die Volkshochschule bietet Kurse unter anderem für Senioren an. "Mit Blick auf die immer älter werden Gesellschaft ein wichtiges Argument", urteilt Kathrin Müller.

Seit Jahren ein Dauerthema und jüngst wieder bei der Kandidatenvorstellung diskutiert: Der öffentliche Nahverkehr und die Anbindung Riederichs an die Städte Reutlingen und Metzingen. Ein Problem nicht nur für Dietmar Hacker, den Verkehrsfachmann im Rat: Die zwei Buslinien, die Riederich bedienen, fahren oft im Abstand von zehn Minuten. "Danach gibt es oft lange Wartezeiten", kritisiert Hacker, der deswegen eine bessere Taktung der Busse anregt.

Ebenfalls von etlichen Bürgern gewünscht: Mehr Busse, die am Abend von Metzingen nach Riederich fahren. Auch direkte Touren nach Reutlingen seien gefragt. Die Räte streben deswegen Verhandlungen mit dem Reutlinger Stadtverkehr an.

Letztlich: Eine Garagen- und Stellplatzordnung soll sicherstellen, dass alle Bürger gleich behandelt werden, die solche Anbauten planen. Die bisherige Regel greift nur für Gebiete mit Bebauungsplan - das wollen die Räte ändern.