Grabenstetten Sendemast könnte Segelflieger gefährden

Rund 30 Meter hoch müsste der Mast wohl werden, um die Belastung in Bodennähe niedrig zu halten.
Rund 30 Meter hoch müsste der Mast wohl werden, um die Belastung in Bodennähe niedrig zu halten. © Foto: dpa
Grabenstetten / Alexander Thomys 19.07.2018

Leicht hat es sich der Grabenstetter Gemeinderat nicht gemacht: Die Anfrage der Deutschen Telekom, in der Albgemeinde einen Mobilfunkmast errichten zu wollen, quittierte das Gremium zunächst mit dem Wunsch nach mehr Informationen. Hierzu wurde eigens der Sachverständige Dr. Thomas Gritsch vom TÜV Süd eingeladen, der in öffentlicher Ratssitzung über die Technik und den Stand der Wissenschaft referierte. Gritsch machte deutlich, dass eine schlechte Netzabdeckung insgesamt zu mehr Strahlungsbelastung führt, weil die Smartphones mehr Energie ausstrahlen, um den Empfang zu garantieren. Diese Situation besteht derzeit: Die Masten sind weit weg. Um flächendeckend LTE anbieten zu können, will die Telekom daher einen Mast im Ort bauen.

Rund 30 Meter hoher Mast

Die Gemeinde will hier steuernd eingreifen, um einen Mast in der Ortsmitte zu verhindern. Favorisiert wurde dabei ein Standort Auf dem Berg beim TSV Grabenstetten. „Das Regierungspräsidium hat uns in einer ersten Stellungnahme allerdings mitgeteilt, dass dieser Standort aus Gründen der Flugsicherheit nicht genehmigungsfähig sei“, erklärt Bürgermeister Roland Deh. Der Grabenstetter Flugplatz liegt zu nahe, die Überflughöhe liegt bei nur rund 20 Metern. Das Vereinsheim des TSV liegt nahe zu in direkter Verlängerung der Start- und Landebahn.

Bürgermeister Deh schlug daher vor, die Errichtung eines Mobilfunkmastes hinter der Falkensteinhalle zu prüfen. Die Voraussetzung: Die Feldstärke in Bodennähe dürfe rechnerisch maximal 1 Volt pro Meter betragen. Hierfür dürfte allerdings ein mindestens 30 Meter hoher Mast benötigt werden, eine Änderung des Bebauungsplans wäre notwendig.

Nach kontroverser Diskussion entschied der Grabenstetter Gemeinderat, zunächst nochmals das Gespräch mit den Luftverkehrsexperten des Regierungspräsidiums zu suchen, um den favorisierten Standort Auf dem Berg nochmals zu prüfen. Sollte dieser Versuch scheitern, wird der Mobilfunkmast hinter der Falkensteinhalle angestrebt.

Die Telekom müsse dann allerdings vertraglich garantieren,  den Mast auch anderen Mobilfunkanbietern als Sendemast anzubieten – so könnte verhindert werden, dass verschiedene Netzanbieter eigene Masten aufstellen. Bekanntlich wären diese bis in zehn Metern Höhe nach der Landesbauordnung nicht einmal genehmigungspflichtig.

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