Würtingen Selbst Hamburger laufen mit

Würtingen / Nadine Wilmanns 18.06.2018

Die über 1000 Teilnehmer liefen mit insgesamt 8616 Kilometer weiter als die Strecke von Würtingen bis Kathmandu in Nepal“, freut sich Mitveranstalter Thomas Failenschmid vom Würtinger Verein Helfen in Partnerschaft (HiP). In den vergangenen Jahren waren es jeweils um die Sechstausend herum – ein deutlicher Sprung nach oben also.

 Um Nepal ging es bei dem Lauf: Mit den erlaufenen 25 000 Euro wird in dem armen, von Naturkatastrophen gebeutelten Land ein Kinderheim gebaut. ,,Unsere Erwartungen wurden mehr als übertroffen“, freut sich Mitveranstalterin Susanne Nau vom Sportverein Würtingen über die üppige Teilnahme – im Vorjahr waren es gerade mal 664. Nun machten insgesamt 1006 Läufer mit. ,,Eine Woche vorher hatten wir schon mehr Vorausanmeldungen als Teilnehmer im vergangenen Jahr – in letzter Minute haben wir noch T-Shirts und Medaillen nachgeordert“, lacht Nau. Die Würtinger Vereine Sportverein und Helfen in Partnerschaft (HiP) stemmten bereits zum 13. Mal das Erfolgsevent gemeinsam.
Inzwischen hat sich das besondere Flair des Spendenlaufs auch deutschlandweit herumgesprochen: die Läufer kommen bis aus Hamburg angereist. ,,Wir machen bewusst eine ganz andere Art der Veranstaltung – mit Eventcharakter und einem gemeinsamen höheren Ziel“, erklärt Nau. ,,Das ist auch das, was unseren Lauf auszeichnet: die Leute kommen, um für jemand anderen zu laufen.“ Und absolut jeder war gefragt und willkommen: ,,Wir haben Superelite-Läufer aus dem Ermstal, genauso wie Rentner mit Spaß an der Bewegung“, beschreibt es Nau. ,,Unsere älteste Teilnehmerin ist Ursula Göbel. Sie ist mit 89 Jahren mit ihrem Rollator gelaufen.“ Der Jüngste ist gerade mal anderthalb: Manuel Roos aus Bleichstetten.

Mit Bandmusik und Andacht

Das Programm ist entsprechend der vielen verschiedenen Teilnehmer breit aufgestellt: ,,Für jeden ist das Richtige dabei“, sagt Nau. Der beliebte Spendenlauf begann mit einer ,,Wake-up-Andacht“ mit der Band der Freikirche ICF Reutlingen in der Festhalle. Danach ging‘s los – zuerst für die Kinder im Zwei-Kilometer langen ,Kids Race‘. Dann machten sich die ambitionierten Läufer auf zum 15-Kilometer-Rennen. Die Bambinis meisterten einen Kilometer. Und schließlich starteten die Hobby-Läufer, die zwischen fünfzehn, acht und vier Kilometer langen Strecken wählen konnten.

 Prämiert wurde nicht nur Schnelligkeit, sondern auch die zurückgelegte Strecke: Kilometer-König wurde Kai Reimann vom SV Würtingen mit 34 Kilometern und Kilometer-Königin darf sich Christine Buxton von der Interessengemeinschaft Laufen (IGL) Reutlingen nennen – sie hat 30 Kilometer geschafft. Die schnellste Frau war Leah Hanle vom TSV Holzelfingen und der schnellste Mann war Efren Brham vom AK-Asyl Metzingen.

Bei den Kindern waren Ella Holder aus Stuttgart und Leon Schall aus Neuffen die Schnellsten. In Sachen Kilometerrekord war bei den Kindern schickte der SV Eintracht Bleichstetten das kilometerstärkste Team ins Rennen: 89 Kilometer kamen zusammen. Bei den Erwachsenen hatte das Easysoft-Offroad-Team mit 612 Kilometern die Nase vorn, zweiter Kilometer-Sieger mit 407 Kilometern war der Gastgeber SV Würtingen.

Drei Euro pro Kilometer

Pro gelaufenem Kilometer werden drei Euro gespendet, die Summe stemmen mehrere regionale Sponsoren. Zu den Projekten, die „Steps for Life“ fördert, gibt es immer einen persönlichen Bezug: ,,Wir haben immer direkte Ansprechpartner und kennen Leute vor Ort, die die Projekte betreuen, so dass wir sicher sein können, dass die Vorhaben auch wirklich durchgeführt werden“, sagt Nau.

Auch langfristig hält man Kontakt und einige Würtinger besuchen gar Jahre später wieder die Projektorte.  ,,Es ist schön zu sehen, dass aus vielen Projekten durch unseren Anstoß noch mehr gewachsen ist“, sagt Nau. ,,Das hält uns Organisatoren auch am Laufen und gibt uns Mut, dranzubleiben.“

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