Donnstetten Selbst die Rote Laterne wurde gefeiert

Vor fünf Jahren feierten die Rope-Skipper der Sportfreunde Donnstetten ihr Zehnjähriges. Die Wurzeln der SFD liegen allerdings im Fußballspiel. Bis in die Bezirksliga schaffte es das Team der Sportfreunde.
Vor fünf Jahren feierten die Rope-Skipper der Sportfreunde Donnstetten ihr Zehnjähriges. Die Wurzeln der SFD liegen allerdings im Fußballspiel. Bis in die Bezirksliga schaffte es das Team der Sportfreunde. © Foto: Archiv
Donnstetten / Alexander Thomys 21.06.2018

Zu Beginn wurde einfach Fußball gespielt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges, als die Alliierten noch argwöhnisch auf das deutsche Vereinsleben schauten und Neugründungen erst genehmigt werden mussten, fanden sich in Donnstetten junge Männer, um gemeinsam Fußball zu spielen. Sonntags traf man sich auf dem Heuberg, dann wieder unten beim Küfer Fritz. Ohne Verein, ohne Organisation. Es wurde einfach gekickt. Fußballtore Marke Eigenbau waren schnell gezimmert: Zwei Pfosten, eine Torlatte und sogar ein Drahtgeflecht als Netz, dann konnte der Spaß losgehen.

Nach einigen Jahren wuchs der Wunsch nach einem Verein – und auch die Besatzungsmächte blickten wohlwollender auf die Sehnsucht der Deutschen nach gemeinsamer Freizeitbeschäftigung im Verein. Am 3. April 1948 war es dann soweit: Die Sportfreunde Donnstetten wurden im Gasthaus „Zum Löwen“ aus der Taufe gehoben. „Die Begeisterung war damals groß“, schreibt die Chronik der Sportfreunde, die von einem „sicherlich schweren Anfang“ berichtet.

In den ersten Jahren ging es Schlag auf Schlag: Eigenhändig fertigten die Mitglieder der Sportfreunde Bausteine für ein eigenes Vereinsheim, wobei die Papierfabrik Scheufelen als Materialspender fungierte. Am 16. August 1953 konnte das Vereinsheim auf dem Sportplatz „Auf Wachter“ eingeweiht werden – für die damaligen Verhältnisse war das beheizte Sportheim mit zwei Kabinen eines der modernsten im damaligen Kreis Münsingen, berichten die Sportfreunde stolz in ihrer Vereinsgeschichte. Nur ein Jahr später richteten die Donnstetter ein Fußballturnier aus.

Zuwachs erhielten die Fußballer im Jahre 1958, als sich der damalige Donnstetter Schützenverein auflöste und als Sparte Schießen bei den Sportfreunden integriert wurde. Der Verein entwickelte sich prächtig, 1969 war ein neues Sportheim fertiggestellt. Drei Tage lang wurde der Bau gefeiert, zugleich wurde eine Flutlichtanlage am Sportplatz eingeweiht. Am 30. Mai 1970 nahmen die Sportfreunde dann zusammen mit anderen Sportvereinen die Gemeindereform vorweg und richteten das erste „Römerstein-Pokalturnier“ aus. Sportlich lief es dagegen nicht ganz so rund, was der Kameradschaft aber keinen Abbruch tat. Nach dem Abstieg in die C-Klasse feierten die SFDler mit einer Polonaise durch das Sporthaus die „Rote Laterne“.

Der mittlerweile um eine Skiabteilung gewachsene Verein feierte 1973 sein 25-jähriges Bestehen und dachte zugleich an die Kinder: Östlich des Sportplatzes wurde ein Kinderspielplatz angelegt. Einen Schock erlebte der Verein 1977: Nachdem zuvor in mühevoller Arbeit Wasser- und Abwasserleitungen zum Sportheim verlegt worden waren, kam es zu einer Explosion des alten Heizkessels. Eine neue Heizungsanlage musste her, das ganze Sportheim wurde im Zuge dieser Arbeiten renoviert. Nach einem Gastspiel in der Bezirksliga beteiligten sich die Fußballer der Sportfreunde 2005 an der Gründung des FC Römerstein. Zwei Jahre zuvor gründete sich die Rope-Skipping-Abteilung. Bis heute präsentieren sich die Sportfreunde so als ein lebendiger Verein, der immer wieder neue Impulse für das Gemeindeleben in Donnstetten sorgt. In den vergangenen beiden Jahren wurde zudem das Sportheim auf Vordermann gebracht, sodass einer erfolgreichen Zukunft der Sportfreunde nichts im Wege stehen dürfte. Nun soll aber erst einmal gefeiert werden: Schließlich bestehen die Sportfreunde nunmehr seit 70 Jahren. „Wir möchten das ganze Jahr unter das Motto 70 Jahre Sportfreunde Donnstetten stellen“, kündigt Vorstandssprecher Bernd Hummel an. Der Höhepunkt steigt indes an diesem Wochenende, wenn die Jubiläumsfeierlichkeiten viele Gäste nach Donnstetten locken werden (siehe Infokasten).

Das große Festwochenende der Sportfreunde Donnstetten

Los gehen die Festivitäten im eigens aufgebauten Festzelt unweit des Sportgeländes bereits am heutigen Freitagabend. Ab 19.30 Uhr sind Gäste zum großen Heimatabend eingeladen. Neben Ehrungen langjähriger Mitglieder, darunter auch Gründungsmitglied Gottlieb Kirsamer, werden alle zehn Donnstetter Vereine ihren Auftritt im Spiel „Donnstetten sucht den Superverein“ haben. Fünf Spiele sind zu absolvieren, ehe der Sieger feststeht. Zudem werden die Rope-Skipper Kostproben ihres Könnens zeigen. Auch eine Playback-Show wird für Kurzweile und einen bunten Abend sorgen, der mit Alleinunterhalter Klaus Wäspy in den Endspurt geht. Die AH-Herren übernehmen an diesem Abend die Bewirtung, die Jugendbetreuer den Barbetrieb.

Der Samstag, 23. Juni, wird zunächst sportlich. Ab 14 Uhr tritt die A-Jugend des FC Römerstein zu ihrem letzten Rundenspiel gegen die SGM Engstingen-Hohenstein an, ehe ab 20 Uhr zum Anpfiff des WM-Spiels Deutschland gegen Schweden das Public Viewing im Zelt steigt. Ganz gleich wie es ausgeht, gefeiert wird während der Malle-Party im Anschluss auf jeden Fall.

Der Sonntag, 24. Juni, beginnt um 10.30 Uhr mit einem Festgottesdienst im Zelt. Anschließend wird der Musikverein Harmonie Donnstetten zum Frühschoppen aufspielen, ehe man zum Mittagstisch bittet. Am Nachmittag finden Jugendspiele der F-Jugend statt, bevor um 15 Uhr erneut die Rope-Skipper auftreten und mit einer Überraschung die Bühne für ein ganz besonderes Fußballspiel betreten. Vertreter der Gemeindeverwaltung messen sich mit der Mannschaft der „Oldstars Römerstein“. Anschließend lässt man das prall gefüllte Festwochenende gemeinsam ausklingen. wag

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