Metzingen Sehen und gesehen werden

Der neue Schutzstreifen in Neuhausen wird von den Radlern gut angenommen.
Der neue Schutzstreifen in Neuhausen wird von den Radlern gut angenommen. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Regine Lotterer 01.10.2018

Wer mit dem Auto von Dettingen aus nach Neuhausen fährt, der kann sich relativ unvermittelt auf einem Radschutzstreifen wiederfinden. Schließlich beginnt die Markierung auf Höhe der Bergstraße reichlich unvermittelt. Und sie ist noch recht neu. Nachdem die Ortsmitte in Neuhausen umgestaltet worden ist, haben die Radschutzstreifen vor einigen Wochen Einzug gehalten. Bis sich alle an die neue Situation gewöhnt haben, wird es vermutlich noch einige Zeit dauern, ähnlich wie einst in der Nürtinger Straße, heißt es aus der Stadtverwaltung. Dort habe sich das Nebeneinander von Auto- und Radfahrern aber längst eingespielt. Zwischen Neuhausen und Metzingen sind tatsächlich noch einige Radler zu beobachten, die entweder den Schutzstreifen misstrauen oder alten Gewohnheiten folgend auf den Gehwegen unterwegs sind. Schließlich war für sie dort noch bis vor Kurzem eine Fahrspur eingerichtet. Seit es die Schutzstreifen gibt, ist das allerdings nicht mehr erlaubt.

Ebenso wenig dürfen die Radler als Geisterfahrer, also entgegen der Fahrtrichtung, in die Pedale treten. Dagegen ist es sinnvoll, dass sie sich in der Mitte des Schutzstreifens halten. Das erlaubt ihnen nicht zuletzt, Abstand vor sich öffnenden Fahrzeugtüren zu wahren.

Dass entlang der Schutzstreifen Parkplätze für Autos angelegt werden, stößt immer wieder auf Kritik, auch in Neuhausen. Dort finden sich direkt am Ortseingang von Dettingen her vier neue Stellplätze. An dieser Stelle ist nun gegenseitige Rücksichtnahme und Umsicht gefragt, sagt die Verwaltung. Die Stellplätze würden gebraucht, die Alternative wäre gewesen, gänzlich auf sie zu verzichten. Auf den Schutzstreifen zu parken, ist übrigens verboten. Allerdings können Autofahrer maximal drei Minuten auf der gekennzeichneten Fläche halten. Die weißen Markierungen dürfen Autofahrer ebenfalls nur in Ausnahmefällen überfahren, nämlich dann, wenn zwei breitere Fahrzeuge aneinander vorbei müssen. Allerdings dürfen die Radler bei diesem Manöver nicht behindert werden. Im Zweifel heißt es eben warten. Wenn es ums Überfahren der weißen Markierung geht, gilt das Motto Rücksichtnahme auch für die Radler. Ihnen ist es nur dann erlaubt, links über die Schutzstreifen zu fahren, wenn sie dabei den Autoverkehr nicht behindern.

Gestattet ist es den Zweiradfahrern an einer Autoschlange vorbeizustrampeln und beispielsweise bis zu einer Ampel vorzustoßen. Das erhöhe die Verkehrssicherheit, wie die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Baden-Württemberg erläutert. Denn die Radler kommen auf diese Weise aus dem „Toten Winkel“ der Autofahrer heraus und gelangen damit wieder in deren Blickfeld.

Was sind Schutzstreifen?

Radschutzstreifen sind ein Teil der Straße und durch eine dünne, unterbrochene Linie gekennzeichnet. Der Streifen ist eine Art Laufsteg für Radler. Unter dem Motto „Sehen und gesehen werden, zeigt er Auto-, Lastwagen- und Busfahrern an, dass Radler unterwegs sind. Das soll die Aufmerksamkeit erhöhen und zugleich zu mehr gegenseitiger Rücksichtnahme führen.

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