Segelflug-Bundesliga Segelflieger über Alb und Alpen

Der Grabenstetter Pilot Patrick Kutschat in einem Flugzeug vom Typ Nimbus 3 beim Training hoch über der südfranzösischen Stadt Sisteron. Zum Bundesliga-Auftakt klappte es bei der Fliegergruppe nicht ganz so gut.
Der Grabenstetter Pilot Patrick Kutschat in einem Flugzeug vom Typ Nimbus 3 beim Training hoch über der südfranzösischen Stadt Sisteron. Zum Bundesliga-Auftakt klappte es bei der Fliegergruppe nicht ganz so gut. © Foto: Privat
Marc S. Schneider 19.04.2017

Für die Segelflieger der Fliegergruppe Grabenstetten hat am Osterwochenende eine neue Saison in der zweiten Segelflug-Bundesliga begonnen. Doch nach grandiosen Trainingsflügen zum Saisonstart über den Alpen bremste Regenwetter die Piloten zuhause aus und zwang sie, mit einer etwas ärgerlichen Nullrunde in die Liga-Saison zu starten.

Zwei weitere regionale Teams

Nachdem sie die erste Hälfte der vorigen Saison im Tabellenkeller mit dem Kampf gegen den Abstieg verbracht hatten, konnten die Grabenstetter Piloten schließlich doch noch überzeugen und sich nach einer turbulenten Aufholjagd einen Platz im Mittelfeld sichern. Somit treten sie nun schon zum sechsten Mal in der zweiten Segelflug-Bundesliga an. Dabei treffen sie auf alte Bekannte: Nach einem einjährigen Intermezzo in der ersten Liga sind gleich zwei Nachbarvereine, der Flugsportverein Laichingen und die Fliegergruppe Dettingen/Teck, wieder in Liga Zwei vertreten und werden für spannende Alb-Derbys sorgen. Mit Ulm und Mannheim sind andererseits zwei baden-württembergische Vereine in die Landesliga abgestiegen.

In der Segelflug-Bundesliga müssen die Piloten die Kraft der Sonne und des Windes für möglichst schnelle Flüge im Segelflug nutzen. Dabei gilt es, möglichst hohe Durchschnitts-Geschwindigkeiten auf einer selbst ausgewählten Flugstrecke zu erreichen. Die schnellsten drei Flüge jedes Vereins gehen in die Wertung ein. Die Flüge werden mit GPS-Geräten aufgezeichnet und zur Auswertung ins Internet geladen.

Eine gute Handvoll Grabenstetter Piloten hatte die Saison bereits vor Ostern in den französischen Alpen begonnen. Die Frühlingssonne sorgte dort über den noch schneebedeckten Berggipfeln für gute Aufwinde und lies beachtliche Flugstrecken zu. Mit Frederik Widmaier, Nico Walker und Patrick Kutschat knackten gleich drei Piloten die Marke von 600 Kilometern. Zwischen Côte d‘Azur und Mont Blanc trugen die Aufwinde teils bis auf 4000 Meter über Meereshöhe.

Zurück zuhause auf der Alb war eine gehörige Umstellung nötig: Das Wetter spielte nicht so recht mit in der ersten Liga-Runde am Osterwochenende. Tiefe Wolken und Regen bremsten die Piloten aus und ließen für Grabenstetten keine gültigen Flüge zustande kommen. Wie schon im vorigen Jahr starten die Flieger von der Vorderen Alb mit einer Nullrunde in die Saison.

Ein Unistädter kann überzeugen

Nur ein Pilot aus der Umgebung schaffte es in die Wertung: Dirk Kaltenmark vom Flugsportverein Tübingen war in der Lage, die Hangaufwinde der Albkante in geringer Flughöhe für sich zu nutzen und in 180 Kilometer bei einer Geschwindigkeit von 55 Stundenkilometern umzusetzen.

Den ersten Rundensieg der Saison holten sich aber die Piloten vom LSV Hofgeismar (Nordhessen): Mit durchschnittlich 102 Stundenkilometern waren sie der Konkurrenz um Längen voraus. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Vereine aus Oldenburg in Niedersachsen und Stadtlohn in Nordrhein-Westfalen.

Aktuelle Ergebnisse gibt es online

Die Segelflug-Bundesliga läuft von jetzt ab an jedem Wochenende bis Mitte August. Die aktuellen Ergebnisse sind auf der Internetseite der Fliegergruppe Grabenstetten verlinkt. Die Homepage ist unter www.flg-grabenstetten.de zu finden.