DM-Qualifikation Segelflieger kämpfen mit dem Wetter

Das Pilotenbriefing.
Das Pilotenbriefing. © Foto: Thomys
Grabenstetten / Alexander Thomys 08.08.2017

Wenn sich die Segelflugpiloten morgens zum ersten Besprechung treffen, dann steht vor allem ein Thema im Mittelpunkt: Welches Wetter ist für die Schwäbische Alb und Süddeutschland angesagt? Antworten hierauf liefert im Rahmen der Qualifikations-Wettkämpfe zur Deutschen U 25-Meisterschaft im kommenden Jahr, die derzeit bei der Fliegergruppe Grabenstetten laufen, Jürgen Kleber. Selbst Segelflieger und Ausbildungsleiter beim benachbarten LSV Münsingen, unterstützt Kleber die Grabenstetter bei der Interpretation der Wetterdaten. Was der Hobby-Meteorologe zu Beginn der Wettkämpfe am Samstag berichten konnte, hörten die Piloten nicht gern. „Blubberwetter“, nannte Kleber das, was sich über der Alb zusammengebraut hatte. Viele Wolken und wenig Sonne – damit fehlte die für das Segelfliegen so wichtige Thermik.

Zum Auftakt kam daher prompt keine gültige Wettkampfwertung zustande. Das heißt, keiner der Piloten schaffte die von der Wettbewerbsleitung geforderte Flugstrecke, bei der jeweils bestimmte Weg- und Wendemarken vorgegeben sind. Diese Strecke sollten die Piloten so präzise wie möglich abfliegen. Wenn dies gelingt, zählt dann die Geschwindigkeit: Je schneller geflogen wurde und damit die Thermik genutzt werden konnte, desto besser.

Insgesamt 38 Piloten wollen sich für die Deutschen Nachwuchsmeisterschaften 2018 qualifizieren. Nur vier Qualifikationswettkämpfe gibt es bundesweit – darunter eben jenes der Fliegergruppe Grabenstetten. Dementsprechend sind die Teilnehmer weitgereist. „Wir haben hier Piloten aus dem Emsland, dem Münsterland und aus Niederbayern“, berichtet Wettkampfleiter Marc Schneider von der Fliegergruppe. Täglich wird nun geflogen, wenn es das Wetter zulässt. Damit alle die gleichen Bedingungen haben, geht es dann Schlag auf Schlag: In rund 75 Minuten sind alle Flugzeuge in der Luft. Die motorgetriebenen Schleppflugzeuge sind dabei natürlich nicht ganz leise, weshalb Schneider auf das Verständnis in den Albgemeinden hofft. Und auf gedrückte Daumen: Denn mit Henrik Theiss fliegt auch ein Grabenstetter Pilot um die DM-Teilnahme.

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