Melchingen Seefahrerstück mit Tiefgang

Wie geht nochmal Schiffbau? "Arche Konrad" - heute ist Premiere. Foto: pr
Wie geht nochmal Schiffbau? "Arche Konrad" - heute ist Premiere. Foto: pr
Melchingen / OTTO PAUL BURKHARDT 27.09.2012
Um die Sintflut gehts in dem neuen "Seefahrerstück" namens "Arche Konrad" von Susanne Hinkelbein - heute in Melchingen ist Uraufführung.

Vor über zehn Jahren hat alles angefangen - als Susanne Hinkelbein einen uralten, verstaubten Atlas von anno 1909 fand. Der Prachtband mit Weltkarten (auf denen sich sogar noch "weiße Flecken" befanden) faszinierte die Eglinger Autorin und Komponistin derart, dass sie begann, dazu tagebuchartige Texte zu verfassen, eine Art "Logbuch für eine Sintflut auf der Alb und auf der Welt".

Irgendwann hat Hinkelbein dieses Material zu einem Theaterstück verdichtet, das sich um vier Typen dreht, die auf einer Arche Zuflucht vor der großen Flut suchen - es heißt "Arche Konrad" und feiert heute Uraufführung. Zudem hat die Autorin im Lauf der Jahre ein Album mit "Seestücken" komponiert - angeregt durch Texte von Storm, Hauff, Melville oder durch Bilder etwa von Gerhard Richter. Musik aus diesem Album verwendet Hinkelbein nun auch in ihrem Stück.

Eigentlich, gesteht Hinkelbein, habe ihr ein großes Spektakel aus drei Abenden unter freiem Himmel vorgeschwebt - rein optisch hätte ein großes Schiff auf der Hochfläche der Alb viel hergegeben, und als Berg Ararat (an dem die biblische Arche Noah strandete) hätte sich der Himmelberg ausgezeichnet gemacht - dort ging ja vor Jahren schon die Schubert-Hommage "Winterreise" (ebenfalls mit Hinkelbein) als Open-Air über die Bühne.

Doch auch als Indoor-Stück an einem Abend dürfte die "Arche Konrad" ein skurriler Abend werden - zusammengesetzt aus "vielen kleinen Szenen", wie Regisseur Siegfried Bühr es beschreibt. Und die vier Menschen - Zimmermann, Bauer, Schäfer und Lehrer - werden, typisch Hinkelbein, durchaus mit humorigem Touch schwäbisch-philosophische Fragen erörtern. Auch das regionale Flair hat durchaus seinen Sinn, denn schließlich war die Alb ja in uralten Zeiten ein Meer, ergänzt Ko-Intendant Stefan Hallmayer. In diesem Sinne darf das Publikum nicht nur eine Sintflut, sondern viel Geistreiches erwarten - Hallmayer verspricht "ein Seefahrerstück mit Tiefgang".

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