Grafenberg Schwefelsäure ausgelaufen

Grafenberg / Anne Laaß 10.08.2018
Der Gefahrstoffzug Ermstal ist am Freitagmorgen ausgerückt. In Grafenberg meldete ein Lkw-Fahrer, dass ein Behälter undicht sei.

Rund 50 Einsatz- und Rettungskräfte sind am Freitagmorgen in Grafenberg aktiv gewesen. Ein Lkw-Fahrer hatte bemerkt, dass einer der Gefahrstoff-Behälter undicht war und alarmierte die Feuerwehr. Die Grafenberger, die auch die Einsatzleitung innehatten, waren kurz danach am Unfallort und erkundeten die Lage, so Einsatzleiter Marco Hellmig. Lediglich zehn Minuten nach der Alarmierung um 7.39 Uhr waren auch die Metzinger und Dettinger Feuerwehren vor Ort, die gemeinsam den Gefahrstoffzug Ermstal stellen. „Es sind geringe Mengen Batteriesäure ausgelaufen“, erklärte Gefahrenstoffberaterin Iman Errouihi. Da es sich um eine saure Lösung handelt, hätte es zu Verätzungen und Reizungen der Augen und Atemwege kommen können.

Der Unfall ereignete sich kurz vor dem Ortsausgang, in Richtung Metzingen. Der defekte Container, in den etwa 1000 Liter Flüssigkeit passen, wurde vollständig entleert. Die restliche Batteriesäure wurde in einen neuen Container gefüllt, der nach Gefahrstoffrecht noch während des Feuerwehreinsatzes entsprechend des Inhaltes beschriftet wurde. Die Arbeiten sind in den speziellen Anzügen und mit Atemschutzgeräten erfolgt. Die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren lief nach Aussage Marco Hellmigs gut. „Wir konnten alles, was wir gelernt haben, in die Praxis umsetzen“, erklärte er. Dem stimmte Hartmut Holder, Feuerwehrkommandant Metzingen, zu und ergänzte: „Es ist nicht selbstverständlich, dass es so gut klappt“, schließlich kämen solche Einsätze selten vor. Die Arbeiten dauerten noch bis etwa 11 Uhr an, danach wurden auch die Straßensperrungen entfernt. Verletzt wurde gestern niemand. Jedoch, so sagen Holder und Hellmig, hat es einen Schaulustigen gegeben, der eine Diskussion anfing. Für denjenigen schien der Einsatz wohl unverständlich zu sein, zumal er aufgrund der Absperrung nicht wenden konnte. Dabei zeigten die Spezialanzüge deutlich, dass es sich um einen nicht nur notwendigen, sondern auch um einen Gefahrstoff-Einsatz handelte. Für die Feuerwehrmänner und -frauen eine Erfahrung, die sie immer häufiger machen.

Gefahr nicht unterschätzen

Bei Batteriesäure handelt es sich um verdünnte Schwefelsäure. Sie wird industriell verwendet und kommt in Autobatterien sowie bei der Wasseraufbereitung vor. Die Metzinger Feuerwehr warnt vor den Gefahren, die bei der Freisetzung entstehen: Selbst bei Kontakt mit geringen Mengen kann es zu schweren Verätzungen der Haut, Augen und der Atemwege kommen.

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