Metzingen Schulstunde als Reise in die Vergangenheit

13 Abiturienten waren es 1964, zehn von ihnen konnte Schulleiter Matthias Pröhl (links) zum Jubiläum empfangen. Foto: pr
13 Abiturienten waren es 1964, zehn von ihnen konnte Schulleiter Matthias Pröhl (links) zum Jubiläum empfangen. Foto: pr
Metzingen / SWP 03.04.2014
Fast auf den Tag genau 50 Jahre nach ihrer Abiturprüfung im Jahr 1964 versammelten sich elf der damals dreizehn Abiturienten im Metzinger Bonhoeffer-Gymnasium zur Feier ihres Goldenen Abiturs.

Oberstudiendirektor Matthias Pröhl ließ es sich nicht nehmen, die mittlerweile fast 70-Jährigen zu empfangen und zu einer improvisierten Schulstunde in ihren ehemaligen Physiksaal zu führen. Dieser dient auch heute noch demselben Zweck, und zum Erstaunen der Ehemaligen hat sich der Raum mitsamt seinem alten Inventar seit 1964 nur wenig verändert, sieht man von der mediengerechten Aufrüstung mit Beamer, Computer und Overheadprojektor ab.

Die "Schulstunde" entwickelte sich recht schnell zu einem munteren Frage- und Antwortspiel. Nicht überraschend ist der deutliche Zuwachs an Schülern: Waren die Jubilare seinerzeit lediglich 13 Absolventen, schaffen heute in Normaljahren um die 100 Schüler diesen Abschluss, und das bei wesentlich kleinerem Einzugsgebiet. Einst mussten noch die Absolventen der Progymnasien in Bad Urach und Münsingen den weiten Weg nach Metzingen auf sich nehmen, wenn sie das Abitur erreichen wollten. Dafür war aber auch der weitere Berufsweg wohl einzigartig: Alle bis auf einen nahmen ein akademisches Studium auf und schlossen es erfolgreich ab. Allein vier promovierte Physiker sind aus dieser Abschlussklasse hervorgegangen.

Erfreut und überrascht zeigten sich die Ehemaligen, dass es ins Schullandheim immer noch zum Leitgamhof im Südtiroler Pustertal geht - damals wie heute offenbar ein Highlight .

Anklang fanden bei den Teilnehmern die internationale Vernetzung im Rahmen der verschiedenen Schulpartnerschaften und das soziale Engagement der Schüler in verschiedenen Projekten.

Besonders angetan waren die Jubilare aber von den überzeugenden Ausführungen des Schulleiters, dass sich die ganze Schulgemeinschaft alle Mühe gibt, dem Leit- und Vorbild des Namensgebers Dietrich Bonhoeffer im täglichen Schulbetrieb aufs Beste nachzustreben - unverzichtbar in einer Zeit, in der vermeintliche gesellschaftliche Leitfiguren sich durch exzessive Gier und Steuerhinterziehung in ungekannter Höhe profilieren.

Der überaus freundliche und informative Empfang veranlasste einige Teilnehmer spontan, ihrer ehemaligen Schule ein sichtbares und bleibendes Geschenk zu machen: Im Aufenthaltsbereich zwischen Alt- und Neubau soll auf ihre Kosten eine Sitzbank eingebaut werden.