Metzingen Schulleiter Roland Kiesel nimmt Abschied

Abteilungspräsidentin Pacher vom Regierungspräsidium Tübingen und Landrat Reumann bedachten Lauffer-Dietborn und Kiesel (Mitte) mit den besten Wünschen für die Zukunft.
Abteilungspräsidentin Pacher vom Regierungspräsidium Tübingen und Landrat Reumann bedachten Lauffer-Dietborn und Kiesel (Mitte) mit den besten Wünschen für die Zukunft. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Nicole Wieden 05.07.2018

Für einen Abschied ungewöhnlich international ging es am Dienstagnachmittag in der Sporthalle der Gewerblichen Schule Metzingen zu: Bei der offiziellen Verabschiedung von Oberstudiendirektor Roland Kiesel und der verbundenen Amtseinführung von Susanne Lauffer-Dietborn als neue Schulleitung erfüllten bereits zur Begrüßung afrikanische Trommelklänge der Familie Mulumba die festlich gestaltete Halle.

Auf Wunsch des scheidenden Schulrektors führte die Tübinger Band Acronyco, deren Sängerin ehemals das Modekolleg der Schule besuchte, mit italienischen Liedern durch den Nachmittag. Und auch unter dem Publikum waren nicht nur Bildungsvertreter aus der Region anwesend; selbst aus dem fernen Sri Lanka kamen die Gäste der Partnerschule „Ceylon-German Technical Training Institute“ eigens für die Veranstaltung angereist.

Vom 1. August an, und damit exakt acht Jahre nach Roland Kiesels Amtsantritt, wird sich in Zukunft die gebürtige Reutlingerin Lauffer-Dietborn den Belangen der GSM annehmen.

Das internationale Flair am Tag der Veranstaltung entsprach dabei voll und ganz der derzeitigen Ausrichtung der Schule: Regional verwurzelt und mit mehreren Partnerinstituten im Ausland zugleich international im Denken – dieser Devise folgte Kiesel während seiner Amtszeit mit vollem Engagement, wie in den Grußworten der geladenen Redner immer wieder zu hören war.

Neben den Ansprachen von Landrat Reumann und Dr. Susanne Pacher vom Regierungspräsidium Tübingen richteten unter anderem die Schülersprecherin Lisa Jahn und ihre Vorgängerin Laura Thiem das Wort an Kiesel: „Nicht nur ein Vorbild und Lehrer, auch ein Freund sind Sie gewesen,“ bemerkt Jahn.

Roland Kiesel selbst blickt mit großer Zufriedenheit auf die vergangenen Jahre, in denen er die vier Ausbildungszweige KFZ, Metall, Gebäudereinigung und Mode weiterentwickeln konnte. Das Ergebnis eines besonders erfolgreichen Projekts diente zwischen den Ansprachen als modisches Intermezzo: In einer Modenschau präsentierten die Schüler des Modekollegs gemeinsam mit Jugendlichen der Karl-Georg-Haldenwang-Schule in Münsingen eine Jeans-Kollektion, an der Schüler mit und ohne Behinderung über ein Jahr gearbeitet hatten.

Fit für die Zukunft

Das Thema Inklusion und Integration liegt Kiesel persönlich am Herzen. Das haben auch seine Bemühungen um eine erfolgreiche Beschulung von Geflüchteten an der GSM gezeigt. „Er hat die Schule fit für die Zukunft gemacht,“ erklärt Thomas Reumann in seiner Begrüßung. Volle Einsatzbereitschaft sowie die Fähigkeit zum Kompromiss seien  für das Amt gefragt, so der Landrat. Dabei habe er vollstes Vertrauen, dass auch Lauffer-Dietborn diesen Anforderungen entgegenkommen wird. Auf mehr als dreißig Jahre Berufserfahrung im Schuldienst blickt die studierte Volkswirtin zurück. Zuletzt konnte sie ihre Schwerpunkte im Bereich Gesundheitswesen und Soziales an der Laura-Schradin-Schule Reutlingen als Fachabteilungsleiterin vertiefen. Die vier Berufsfelder der GSM dagegen sind ihr neu und bedürfen einer Einarbeitung.

Dies traf vor acht Jahren im Bereich Mode und Gebäudereinigung allerdings auch bei Kiesel zu: „Die ersten Recherchen wandelten sich schnell zu ernsthaftem Interesse,“ erinnert er sich an seine damalige Motivation, das Bewerbungsschreiben einzureichen. Nun hat es sich auch Lauffer-Dietborn zur Aufgabe gemacht, in diese Felder hineinzuwachsen.

In kaum einem anderen europäischen Land sei die Vernetzung zwischen gewerblichen Schulen und der Industrie so eng wie in Deutschland. Dies verschaffe dem Land einen ungemeinen Vorteil im internationalen Wettbewerb und auch sie wolle ihren Beitrag leisten. Zu ihren konkreten Zielen gehören unter anderem die Förderung leistungsschwächerer Schüler sowie eine intensivierte Integrations- und Inklusionsarbeit. Damit kann Lauffer-Dietborn auf dem Werk Kiesels weiter aufbauen. „Ich bin bereit,“ gibt sie am Ende schlicht und entschlossen zu verstehen.

8

Jahre zeigte Oberstudiendirektor Roland Kiesel an der GSM vollen Einsatz. Vor seinem Amtsantritt im Jahr 2010 lehrte er 30 Jahre an der Friedrich-Ebert-Schule in Esslingen.

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