Wer als Schüler mit dem Bus in die Schule muss, der weiß ein Lied davon zu singen: Es ist laut und stickig, meist sind die Busse überfüllt, mal kommen sie zu spät, mal zu früh. Das war früher schon so, und daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Wobei die Klagen, die es an der Schillerschule gibt, sich immer wieder massiv häufen, weil die Zustände schlicht nicht tragbar sind.

Bus war zu klein

Nehmen wir zum Beispiel Anfang des Jahres, haufenweise trudelten Beschwerdeschreiben bei den Elternvertretern ein: Der Bus kam immer wieder kurz vor knapp und das oft  mit einem zu kleinen Fahrzeug, in dem kaum alle Schüler Platz fanden. Also wurde gestopft und in überhöhtem Tempo ging’s von der Buchhalde Richtung Ort. Eine Gefahr für die Kinder, die Eltern waren entsetzt.

Busse stecken oft im Stau fest

Die gesammelte Kritik wurde an die Gemeinde übergeben und gemeinsam mit dem Busunternehmen eine Lösung gesucht. Das war gar nicht so einfach, denn für viele Versäumnisse könne das Busunternehmen nichts, weiß Ellen Stahl, die Elternbeiratsvorsitzende der Schillerschule. Etwa die Verspätungen: Da die Busse aus Grabenstetten kommen und über Bad Urach fahren, bleiben sie oft im Stau stecken. Und dass im Winter, wenn viel Schnee liegt, kleinere Busse eingesetzt werden, liegt daran, dass diese sonst nicht durchkommen.

Außerdem weiß das Unternehmen nie genau, wie viele Schüler mitfahren. Alles Dinge, die den Schultransport nicht einfach machen, das ist klar.  Dennoch sollte für den Normalbetrieb Lösungen gefunden werden, die ermöglichen, dass alle Kinder pünktlich und sicher ans Ziel gelangen.

„Kein Verlass auf den Bus“

Eine Zeit lang lief es dann auch wieder richtig gut. Doch leider war dies nur von kurzer Dauer, ab dem Frühsommer kehrte das Chaos zurück. Zumindest an den Nachmittagen, wie etwa Anna Fitzner erzählt, deren Tochter mehrmals stehen gelassen wurde. Unhaltbar, vor allem für die jüngeren Schüler, die nicht mal ein Handy haben, um zu Hause anzurufen. Der Bus sei einfach an der Schulhaltestelle  vorbeigefahren, berichtet sie.

In einem Schreiben an das Landratsamt Reutlingen macht sie ihrem Ärger Luft: „Ich finde es eine Unverschämtheit, dass es immer wieder zu etwas kommt. Wir kaufen für den Bus eine Monatskarte, damit unser Kind zur Selbstständigkeit erzogen wird und regelmäßig mit dem Bus von Dettingen Buchhalde in die Schule fahren kann. Morgens gab es am Anfang des Schuljahres Probleme, welche aber scheinbar besser geworden sind. Nun gibt es nachmittags leider keinen Verlass auf den Bus.“

Eltern steigen wieder auf das Auto um

Die traurige Konsequenz sei, dass immer mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen und wieder abholen. Das führt zum einen zu einem Verkehrschaos vor der Schule und schadet zum anderen der Umwelt.

160 Schüler kommen dazu

Verschärfen könnte sich dieses Problem noch, wenn beide Schulen zusammengelegt werden, denn dann sind es 160 Schüler mehr, die an die Schillerschule müssen. Schüler, die bisher in den meisten Fällen bequem zu Fuß in die Uhlandschule laufen konnten, was künftig meist nicht mehr geht. „Die Strecke ist relativ weit, außerdem gibt es zu wenig Fußgängerüberwege“, sagt Elternvertreter Jan Benz. „Viele Eltern würden ihr Kind darum gerne mit dem Bus schicken,“ ist Benz überzeugt, „wenn der Busverkehr funktioniert.“

Verkehrsunternehmen, Landratsamt und Gemeinde haben sich darum daran gemacht, die bestehenden Probleme zu beheben, wie den Eltern in einem Schreiben mitgeteilt wurde. Dass Kinder vergessen wurden, wird sehr bedauert. „Der Fahrer fährt diese Strecke selten und hat seinen Fehler leider zu spät bemerkt“, erklärt das Busunternehmen. Zudem wurde versichert, „solche Vorfälle künftig durch entsprechende Maßnahmen zu vermeiden. Mit dem betroffenen Mitarbeiter wurden Gespräche geführt und die Busfahrer ausdrücklich dazu aufgefordert, diese Haltestelle planmäßig zu bedienen. Durch die Sensibilisierung der Busfahrer für die besondere Problematik soll die Schülerbeförderung künftig zuverlässiger werden.“ Die Gemeinde war  auch wegen der Zusammenlegung der Schulen und den damit zusammenhängenden Änderungen bei der Schülerbeförderung mit dem Verkehrsunternehmen im Gespräch.

Lösungsansätze sind vorhanden

Erste Lösungsansätze gibt es bereits: Der Fahrplan der Ortslinie 101 wurde leicht abgeändert.  Er ist bereits zu Beginn der Sommerferien in Kraft getreten, teilt die Gemeinde mit. „Sodass die vorgenommenen Verbesserungen in der Schülerbeförderung zum neuen Schuljahr greifen“, heißt es weiter. „Die erfolgten Abstimmungen führen nun zu mehreren Verschiebungen im Fahrplan im Minutenbereich, welche sicherstellen sollen, dass alle Schüler jeweils rechtzeitig zum Unterrichtsbeginn an der Schillerschule ankommen beziehungsweise nach Unterrichtsende genügend Zeit haben, um den Bus nach Hause zu erwischen.“

Ob der Schulverkehr künftig besser funktioniert und die Änderungen greifen, wird sich im neuen Schuljahr zeigen.

Linie 101: Leicht veränderte Zeiten


Start zum Ferienbeginn Die Zusammenlegung der Uhland- und Schillerschule zum Schuljahr 2019/2020 war der Anlass, um in Zusammenarbeit von Verwaltung, Schule, Elternschaft und Busunternehmen den Fahrplan der Linie 101 insbesondere hinsichtlich der Fahrzeiten im Rahmen der Schülerbeförderung zu überprüfen. Die erfolgten Abstimmungen führen nun zu mehreren Verschiebungen im Fahrplan im Minutenbereich. Der Fahrplan ist online abrufbar auf der Homepage der Gemeinde unter der Rubrik „Gemeindenachricht“.