"Ich hätte gerne vorher gewusst, wenn die Gemeinde ein paar Tausend Euro zahlen soll", sagte Ratsmitglied Ulrich Immler am Freitagabend im Kohlberger Rathaus ziemlich entrüstet. Ähnlich erging es Jürgen Maisch: "Wir können bei der angespannten Haushaltslage nicht einfach so ein paar Hundert oder Tausend Euro aus dem Haushalt verteilen." Worum es ging? Ein Tagesordnungspunkt, der eigentlich mit links hätte abgehakt werden können: Ein neues Logo für die Grundschule sollte entworfen werden - was auch schon geschehen war. "Alles in Absprache mit Bürgermeister Roller", wie Schulleiterin Karin Schwab-Fiedler betonte.

Nun standen 800 Euro für die Entwürfe eines Grafikers im Raum, plus "ein paar Tausend", so Klaus Roller, für T-Shirts, Briefköpfe und das Aufbringen des Logos auf die Schulwand. "Und das Logo sollte möglichst bis zur Jubiläumsfeier am 16. April an der Wand sein", betonte Rektorin Karin Schwab-Fiedler. Eine Begründung dafür hatte sie auch in die Gemeinderatssitzung mitgebracht: Das Geld für eine doppelte Feier, nämlich zum Jubiläum und zur Logo-Einweihung, habe die Schule nun mal nicht. Aus dem Schulbudget der Gemeinde wollte die Rektorin das Logo auch nicht bezahlt bekommen. "Kindern dadurch Schulmittel zu entziehen, halte ich nicht für richtig."

Dass ein Schul-Logo zum Politikum werden könnte, damit hatte an dem Abend niemand im Rat gerechnet. Einfach so den Geldbeutel aufmachen, wollten die Gemeindevertreter aber auch nicht angesichts knapper Kassen.

Bürgermeister Klaus Roller versuchte zu vermitteln: Er wolle zumindest die 800 Euro für die Logo-Entwürfe aus dem Haushalt finanzieren, "damit wir weitermachen können, danach sollte man nach Sponsoren für das Aufbringen des Logos auf die Schulwand suchen", sagte der Bürgermeister. Ob die Logo-Entwürfe nun zu Lasten des Schulbudgets gehen oder ob sie aus dem Gemeindehaushalt finanziert werden soll, fragte Dr. Joachim Boehls. Wenn man sich bei den Kosten für die Jubiläumsfeier etwas zurückhalten werde, wäre das Geld wohl im Schulbudget enthalten, sagte Kämmerin Sylvia Zagst. Boehls ließ nicht locker: Und wie solle die Finanzierung des Logos auf der Schulwand bezahlt werden, angesichts des engen Zeitrahmens von sechs Wochen bis zur Jubiläumsfeier? "Wenn man das will, kriegt man das zeitlich hin", entgegnete Roller. Sponsoren sind also dringend gesucht.

Allerdings gab es am Freitagabend tatsächlich auch noch andere Themen während der Gemeinderatssitzung. Flüchtlingsunterbringung zum Beispiel. Viele neue Informationen hatte der Bürgermeister allerdings nicht zu bieten: Dass auf dem Festplatz vom Landratsamt eine Unterkunft für 44 Asylbewerber gebaut werden soll, war bereits bekannt. Bis Ende des Jahres werde das Gebäude wohl fertig sein, hieß es. "Pläne liegen aber noch nicht vor", so Roller.

Die 20 Flüchtlinge, für die Kohlberg in der Anschlussunterbringung zuständig ist, sollen "dezentral" in der Gemeinde Wohnraum finden - "weil damit eine bessere Integration der Menschen möglich ist", betont der Schultes. "Sobald die konkreten Planungen des Landkreises vorliegen, wird eine Bürgerinformationsveranstaltung durchgeführt."