Seit mittlerweile 17 Jahren engagiert sich der Kohlberger Oliver Keppeler in Nepal, organisiert Hilfsprojekte nach Erdbeben und Flutkatastrophen. Hauptsächlich aber organisiert der 39-Jährige Patenschaften für Kinder, die entweder Waisen sind oder von ihren Familien verstoßen wurden.

Das Geld, das durch die Patenschaften hereinkommt, ermöglicht es den Kindern, in betreuten Einrichtungen zu leben und zur Schule zu gehen. Denn Bildung ist selbstredend sehr wichtig, damit die Kinder die Chance haben, aus dem ganzen Elend herauszukommen.

Viele Kinder leben auf der Straße. Fehlende Schulbildung, Mangelernährung und vermeidbare Krankheiten sind nur einige der Folgeerscheinungen. Besonders schlimm sei die Situation für Mädchen, die in Nepal „nichts wert“ seien. Viele würden in die Prostitution nach Indien verkauft. Der Vorteil seiner Hilfsprojekte liege darin, dass er mit Nepalis zusammenarbeite. „Damit“, so der 39-Jährige, „ist gesichert, dass das Geld da ankommt, wo es gebraucht wird.“ Mit seinen Kinderheimprojekten versucht  Keppeler der Notsituation entgegenzuwirken. Für 40 Euro im Monat kann laut Oliver Keppeler ein Kind in Nepal überleben, hat ein Dach über dem Kopf, wird medizinisch versorgt, kann zur Schule gehen, Schulgeld bezahlen und in einer großen Familie aufwachsen.

Ein Vorzeigeprojekt Keppelers ist eine Schule, die er vor Jahren gegründet hat: „Mit 100 Schülern haben wir begonnen, jetzt sind es 700.“ Und es freut ihn ganz besonders, wenn einer, den er schon als kleinen Steppke kannte, diese Schule  mit dem Abitur in der Tasche verlässt, um zu studieren.

Nach dem verheerenden Erdbeben von 2015 waren Oliver Keppeler und seine Mitstreiter erst mal in der Wiederaufbauhilfe beschäftigt. Anschließend hat er einige Kinderhäuser gebaut. In den nächsten Jahren  wird Keppeler in der Mugu-Region Kinderhäuser bauen. „Das“, so der 39-Jährige, „ist eine der ärmsten Regionen Nepals.“ Da Oliver Keppelers Nepalhilfe in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, war es an der Zeit, strukturelle und organisatorische Veränderungen vorzunehmen. So wurde im Oktober vergangenen Jahres der Verein „Asha 21“ gegründet mit Sitz in Kohlberg. Bisher lief das Ganze unter dem Dach des CVJM. „Das“, sagt Keppeler, „war auch gut so.“  „Asha“ ist nepalesisch und bedeutet „Hoffnung“. „Wir wollen Hoffnungsträger für die Menschen sein“, so der 39-Jährige, „die nicht das Vorrecht haben, in einem der reichsten Länder der Erde zu leben.“ Die Kohlberger Nepal-Arbeit ist nun auf mehrere Schultern verteilt, was das Ganze doch etwas einfacher macht.

Eines der nächsten Projekte ist der Bau eines Kinderhauses in Westnepal, in dem 40 Kinder Platz finden sollen. Dabei wird Asha 21 von dem Verein „HiP-Helfen in Partnerschaft“ in St. Johann unterstützt. Das Kinderhaus-Projekt wurde in St. Johann als Jahresprojekt ausgewählt. Aus diesem Grund gibt es am Sonntag, 17. Juni, einen großen Benefiz-Tag: „Steps for Life: Running-Nordic Walking“. Es werden unterschiedliche Strecken angeboten sowie Kinderläufe. Unterstützung kommt auch von der Grundschule am Jusi in Kohlberg. Dort haben sich die Schüler am gestrigen Freitag an einem Spendenlauf beteiligt. Jede gelaufene Runde wurde mit einer Spende honoriert. 50 Prozent der Spenden geht an den Verein „Asha 21“.

Ein weiteres Projekt für dieses Jahr ist der Aufbau einer Bäckerei in Kathmandu. Für dieses Projekt konnte Oliver Keppeler die Kohlberger Bäckerei Mayer gewinnen, die sogar für die Dauer von drei Wochen einen Bäckermeister abstellt, der Einheimische in Kathmandu einlernen soll. Die neue Bäckerei soll auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze anbieten.

Seit einigen Jahren schon unterstützt Oliver Keppeler  Kaffeebauern in Nepal, kauft ihnen pro Jahr rund drei Tonnen Kaffeebohnen ab, um sie nach Deutschland zu importieren. Um das Projekt auf rechtlich einwandfreie Füße zu stellen, hat er jüngst  zusammen mit seinem Bruder eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet. „In Nepal“, so Oliver Keppeler, „entwickelt sich mehr und mehr eine Kaffee-Kultur.“

Kontakt zum Verein „Asha 21“


Wer sich für die Arbeit des Vereins Ascha 21 interessiert, kann sich über www.facebook.com/Asha 21.org informieren. In Kürze wird auch die neue Homepage ans Netz gehen: www.asha21.org.

Kontaktaufnahme zum Verein Asha 21 ist auch möglich über den Ersten Vorsitzenden, Oliver Keppeler, Im Käppele 5, 72664 Kohlberg, Telefon (0 70 25) 84 16 54.