Neckartenzlingen Schritt für Schritt zur Ortsmitte III

Die Sanierung des Ortskerns in Neckartenzlingen schreitet voran. Die Zustimmung zur Förderung liegt vor.
Die Sanierung des Ortskerns in Neckartenzlingen schreitet voran. Die Zustimmung zur Förderung liegt vor. © Foto: Archiv
Neckartenzlingen / Gabriele Böhm 19.07.2018

Der nächste Schritt für die Sanierung „Ortsmitte III“ ist getan. Am Dienstagabend beschloss der Neckartenzlinger Gemeinderat einstimmig den Beginn der „vorbereitenden Untersuchungen“.

Wie Ortsbaumeister Jürgen Brandt und Hans-Joachim Reglin von der mit der Durchführung beauftragten Firma „Steg Stadtentwicklung GmbH“ erläuterten, umfasst der Bereich „Ortsmitte III“ jene Bereiche, die nach den vorangegangenen Sanierungen I (1986-2000) und II (2003-2016) noch ausstehen. Dies betrifft die Altdorfer Straße, den Bauhof und die Straße „In der Steige“.

Nachdem ein erster Antrag zur Aufnahme in das städtebauliche Erneuerungsprogramm des Landes gescheitert war, liegt nun die Zustimmung zu. Im Förderrahmen von 833 333 Euro trägt das Land einen Anteil von 60 Prozent, also immerhin 500 000 Euro, den Rest zahlt die Gemeinde.

Die vorbereitenden Untersuchungen als Phase II der vierstufigen Sanierung sollen unter anderem die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge und die Mitwirkungsbereitschaft der Bevölkerung im Sanierungsgebiet erfassen. Die Sanierung selbst ist ab 2019 für etwa acht bis zehn Jahre vorgesehen.

Aus dem Rat

Auf den Weg gebracht wurde auch der geplante Kreisverkehr „Äule I“. Der Entwurf des Bebauungsplans des Ingenieurbüros Melber & Metzger wird gebilligt und wurde mit Begründung, Anlagen und Umweltbericht bereits öffentlich ausgelegt. Aufgrund der eingegangenen Stellungnahmen waren die Pläne modifiziert worden. Die Planungen waren erforderlich, weil die Einmündung von der B 297 in die Robert-Bosch-Straße (Gewerbegebiet Äule I-III) derzeit ohne besondere Abbiegespur verläuft. Und in der Vergangenheit ein Unfallschwerpunkt war. „Wir haben uns daher für einen Kreisverkehr entschieden“, so Brandt. Hierdurch werde sich auch die Lärmbelastung verringern, da Kreisverkehre das Tempo verlangsamten. „Auch die Ortseinfahrt wird damit aufgewertet.“ Einziges Problem sei, dass die Maßnahme in das Landschaftsschutzgebiet eingreife, sodass ein Befreiungsantrag gestellt werden müsse. Aufgrund der Änderungen werden die Pläne erneut der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Am Dienstag stimmte der Gemeinderat auch der Sanierung des Spielplatzes „Brandenburger Straße“ zu. Die Verwaltung wird mit der Beschaffung von Spielgeräten durch die Firma Eibe in Höhe von rund 38 420 Euro beauftragt. Die Planungen wurden vom Förderverein für Kinder und Jugendliche befürwortet, der 6000 Euro für ein Spielgerät spendet. Eventuell soll im Herbst der neugestaltete Spielplatz eröffnet werden. Mit einer Wasserspielanlage, Wipptieren, einem Trampolin und Geräten zum Balancieren und Klettern soll für jeden etwas dabei sein.

Thema war auch die Wasserinfrastruktur. Die Firmen Stetter, Rommel und SAB werden mit der Sanierung in den Hochbehältern Römerstraße und „Eichwasen“ beauftragt. Unter anderem wird die Steuerung des Pumpwerks für die Hochzone Neckartenzlingen erneuert. Verbesserungen soll es auch an der Sammelkläranlage Neckartenzlingen geben. Wie Vertreter der beauftragten IAT GmbH ausführten, funktioniere die Fernsteuerung der von der Gemeinde betreuten sieben Außenstationen nicht mehr zuverlässig. Hier soll durch Teilerneuerungen Abhilfe geschaffen werden. Gleichzeitig sollen weitere Außenstationen (Gemeinden Altenriet, Schlaitdorf und Walddorfhäslach) mit der neuen Fernwirktechnik ausgerüstet und zentral von Neckartenzlingen aus überwacht werden. Dazu kann bis zum 30. September ein Förderantrag gestellt werden, damit 2019 begonnen werden kann. Für Neckartenzlingen wird ein Fördersatz von etwa 65 Prozent erwartet, die anderen drei Gemeinden stellen eigene Anträge.

Beschlossen wurde auch der Einbau eines Kettenräumers in die Kläranlage, mit dem die Grobentschlammung verbessert werden soll. Zurzeit führen fortlaufende Rohrverstopfungen am Boden der Anlage zu einem hohen Zeit- und Personalaufwand. Die Maßnahme ist mit insgesamt rund 84 000 Euro angesetzt.

In der Spenglerstraße 39 ist eine Bebauung geplant, die ein Vertreter der Move & Smile Immobilienentwicklung und Beratungsgesellschaft GmbH im Detail vorstellte. „Es ist wünschenswert, dass es durch die Ausführung in diesem Bereich zu einer innerörtlichen, städtebaulichen Verdichtung kommt“, so der Ortsbaumeister.

Wie Jochen Baral mitteilte, sei die Ortsbegehung „Ortsgespräch unterwegs – Barrierefreiheit in Neckartenzlingen“ mit Rollstuhlfahrern im April sehr aufschlussreich gewesen. Ortsverein und Gemeinderatsvertreter der SPD laden daher am Freitag, 3. August, alle Interessierten zu einem weiteren Termin ein.

60

Prozent des Förderrahmens von 833 333 Euro trägt das Land. Das sind 500 000 Euro, den Rest für das städtebauliche Erneuerungsprogramm zahlt die Gemeinde.

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