Albverein SAV-Senioren auf Metzinger Waldumgang

Senioren Eichberg. Foto: Privat
Senioren Eichberg. Foto: Privat © Foto: Privat
SWP 30.11.2016

Eine stattliche Schar Wissensdurstiger hatte sich auf dem Parkplatz Bongertwasen eingefunden, um beim „kleinen Waldrundgang“ der SAV-Senioren ihr Wissen über Wald und Flur, Weg und Steg zu vertiefen. Der Wanderführer Hans Bader hatte sich bestens vorbereitet und stieg sofort in die Materie ein: Im Bongertwasen steckt der Baumgarten drin, so verriet er.

Man wanderte am Stadion vorbei zum Buchbach, der über das Brückle im Zuge des Vita-Parcours überquert wurde. Auf Initiative von Bürgermeister Eduard Kahl entstand 1972 dieser „Trimm-Dich-Pfad“ dank Fördermitteln der Vita-Lebensversicherung samt Anlage eines vom Buchbach durchflossenen Wassertretbeckens. Schon damals sorgte man sich um die durch Bewegungsmangel überhand nehmenden Zivilisationskrankheiten. Raschen Schrittes wirkten die Senioren dieser Gefahr entgegen und strebten zu den Waldabschnitten Riethau und Rosenstelle. Diese Gewannnamen erinnern an vergangene Nutzungen: Hau = Wald-Hieb, Riet = Roden. Auf einem gerodeten Waldteil entstand Weideland, hier also die Ross-Stelle oder Pferdeweide.

Eine Rarität im Wald: Einem experimentierfreudigen Förster verdanken zwei Metasequoia Urweltmammutbäume ihren Standort. Beim Stettertbach wurde die Sage vom umgehenden Geist am Käuflesbrückle zum Besten gegeben. So gelangte man kurzweilig zur Gautscheichhütte. Ganz in der Tradition dieses Platzes offerierte der Wanderführer Jonagold-Äpfel aus eigenem Anbau zum alsbaldigen Verzehr. Hat das Gewann doch den Namen von Kindern, die den Hirten das Essen brachten und dabei an einer Eiche schaukeln (gautschen) durften. Auf dem Reutlinger Fußweg ging es nun über die Lange Richtstatt (wo  Baumstämme verkaufsfertig zur Abfuhr gerichtet wurden) der Heimat zu. Dass der malerische Stettertsee (mit Graureiher) ursprünglich als Feuerlöschteich zur Bekämpfung der immer wieder aufflammenden Brände auf der benachbarten Mülldeponie angelegt wurde, wissen heute nicht mehr viele. Einer neu begründeten Tradition galt dann noch die Aufmerksamkeit der Wanderer: Der frisch angezündete dampfende Meiler beim Forsthof, wo junge Menschen auf altüberlieferte Weise Holzkohle gewinnen.

Nach sechs Kilometern erlebnisreich-informativ genossener Waldluft mündete die Wanderung  in einen Einkehrschwung im „Schlemmerstüble“.