Metzingen Sauter zeigt auf der Messe eine Weltneuheit

Michael F. Rudloff und Felix Schöller (von links) freuen sich auf die Messe in Stuttgart.
Michael F. Rudloff und Felix Schöller (von links) freuen sich auf die Messe in Stuttgart. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Von Peter Kiedaisch 14.09.2018

Kommende Woche beginnt in Stuttgart die Messe AMB (Ausstellung für Metall-Bearbeitung). Sie ist wegweisend in der Branche,  und zwar weltweit. „Das ist unsere Haus- und Heimatmesse“, sagt Michael F. Rudloff, der seit Beginn des Jahres alleiniger Geschäftsführer der Sauter Feinmechanik GmbH in Metzingen ist. „Da hauen wir richtig hin.“

Fast schon euphorisch sehnen Rudloff und der neue Vertriebsleiter Felix Schöller den Auftritt in Stuttgart herbei. Was Sauter dort präsentiert, bezeichnet Rudloff als Revolution: ein neues Produkt, das zum kommenden Jahr nachgerüstet und dann zu einem vollautomatischen Werkzeugroboter gereift sein wird, der nicht nur selbstständig abgenutztes Werkzeug wechselt, sondern auch anhand diverser Parameter erkennt, wann das Werkzeug stumpf ist. Dazu ermittelt das Gerät beispielsweise die Schnittgeschwindigkeit und die während der Bearbeitung auftretenden Vibrationen.

Bislang ist es so, dass vor dem Wechsel des Revolvers alle Schrauben von Hand gelöst und danach wieder mit dem exakt vorgeschriebenen Drehmoment angezogen werden müssen. „Das dauert gern mal eine Dreiviertelstunde“, sagt Felix Schöller, und wenn mehrere Werkstücke ausgetauscht werden, steht die Produktion auch mal drei Stunden still. Nicht mehr mit dem Roboter aus Sauter’schem Hause. Der amortisiert sich freilich insbesondere in Betrieben, die Großserien fertigen. Wenn rund um die Uhr die Maschinen laufen, 24 Stunden an sieben Tagen. Firmen, die auf kleinere Stückzahlen spezialisiert sind, können in den Genuss einer etwas abgespeckten Variante kommen: Da werden zwar nur die Schrauben gelöst und hernach wieder angezogen, das Werkzeug selbst wird von Menschenhand gewechselt. Aber auch das erspart enorm viel Zeit: „Wir werden damit ganz neue Märkte erschließen.“

Mit dem im vergangenen Jahr vorgestellten Rundtisch hat Sauter bereits erste Erfolge. Zwei dieser innovativen Produktionszentren hat Sauter bereits hergestellt und verkauft. Zuvor freilich werden sie auf der AMB in Stuttgart noch mal ausgestellt. Die Zeiten, da Sauter ausschließlich Werkzeugrevolver hergestellt hat, sind vorbei, sagt Rudloff und ist froh darüber, obwohl das Geschäft nicht schlecht läuft. Im laufenden Jahr hat es deutlich an Fahrt gewonnen. Bislang hat Sauter etwa 100 Stück pro Woche produziert, derzeit sind es 150. Die Konjunktur läuft gut, deswegen arbeiten die Mitarbeiter der Produktion im Zweischichtbetrieb, die im Lager gar in drei Schichten.

Das Problem mit den herkömmlichen Werkzeughaltern aber ist das Umfeld. In dieser Branche wird der Kuchen unter zu vielen Konkurrenten aufgeteilt. Sauter etwa macht dort neun Millionen Euro Umsatz, die Wettbewerber kommen auf etwa 30 Millionen.. Umso wichtiger sind für Sauter die neuen Standbeine wie Rundtisch und der voll- oder halbautomatische Roboter für den Werkzeugwechsel. Das ermöglicht auf Wachstumsmärkten wie China oder USA ganz neue Chancen. Der Umsatz aus dem Jahr 2017 (65 Millionen Euro) wird das Unternehmen dieses Jahr deutlich übertreffen. Der Geschäftsführer prognostiziert ein Plus von etwa 30 Prozent.

In den kommenden Jahren (bis 2021) möchte er die 100 Millionen knacken. Er will nicht, er muss: „Das erhält Arbeitsplätze.“ Und er ist zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen. Er hat eine neue Führungsebene eingezogen und Mitarbeiter eingestellt, die Spezialisten sind auf ihrem jeweiligen Gebiet und die vor allem international denken. Neben dem Werk in Taiwan wird Sauter ein zweites in Asien eröffnen, in Shanghai. Acht Millionen Euro investiert Sauter in den Metzinger Produktionsstandort. Die Maschinen sollen effektiver werden, zudem soll es weitere Versuchs- und Prüfstände geben.

Jetzt freut sich jedenfalls der Teil der Belegschaft, der für die Messe eingeteilt ist, auf die kommende Woche. Die Fahrt nach Stuttgart und zurück wird ein Ritual. Dazu hat Sauter eigens einen Bus angemietet. Einen Oldtimer aus dem Jahr 1958. Die Messe liegt schließlich vor der Haustür, und da, sagt Michael F. Rudloff, „wird verteidigt. Das hier ist Sauterland.“

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Mitarbeiter sind bei Sauter Feinmechanik mit den Standorten in Amerika und Asien  beschäftigt. In Metzingen sind es derzeit 352, davon etwa 40 Leiharbeitskräfte.

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