Hülben Samen der Freundschaft gesät

Von Michael Koch 01.12.2018

Hülben goes West – die Verantwortlichen der Albgemeinde hatten schon 2015 den Grundsatzbeschluss gefasst, mit dem US-County Madison eine Partnerschaft ins Leben zu rufen. Nun war erstmals eine fünfköpfige Delegation nach Virginia gereist, um Land und Leute kennen zu lernen.

Als „beeindruckend und sehr informativ“ fasst Bürgermeister Siegmund Ganser, der das Hülbener Quintett anführte, die anstrengende fünftägige Reise zusammen. Beeindruckend wegen der Dimensionen, „es ist eben alles ein bisschen größer als bei uns“, so Ganser. Auf einer Fläche von 833 Quadratkilometern leben im County 13 000 Menschen, Madison selbst zählt etwa 800 Einwohner.  Landschaftlich passt die Partnergemeinde bestens zu Hülben, „denkt man sich die Häuser und großen Straßen weg, dann sieht es dort aus wie bei uns.“

Informativ war die Reise durch die vielen Stationen, die besucht,  und die Gespräche, die geführt wurden. Wirtschaft, Bildung, Kommunalpolitik, Sport, Geselligkeit und natürlich Geschichte standen auf dem Programm. Viele der Einwohner Madisons haben deutsche Wurzeln, „darauf sind sie sehr stolz und leben das auch aus“, erzählt Ganser. Daher besteht auch auf amerikanischer Seite großes Interesse an der Partnerschaft mit einer deutschen Kommune. Da kamen die Kontakte nach Hülben gerade recht.

Entstanden sind diese durch John Underwood, der viele Jahre in der deutschen Niederlassung einer Rasenmäherfirma zu tun hatte, in der auch Elmar Hermle aus Hülben beschäftigt war. Es gab Besuche, und die Familien freundeten sich an. Von Hülben war John Underwood von Beginn an begeistert. So entstand die Idee, die Freundschaft doch zu einer offiziellen Partnerschaft auszubauen. Wie gesagt fasste der Gemeinderat 2015 den entsprechenden Beschluss. In der Folge wurden Urkunden zur Unterzeichnung hin und her geschickt, doch erst jetzt kam es zum ersten offiziellen Besuch. Gemeinsam mit Bürgermeister Ganser waren dessen Stellvertreter Jochen Dümmel, Julian Hermle, Schulleiter Jörg Bitzer und Manuel Stockinger als Vertreter der Hülbener Vereine mit auf Achse.

Selbstverständlich hatten die Schwaben auch eine Einladung zum Gegenbesuch im Gepäck. Im kommenden Jahr soll nun eine US-Delegation auf die Alb kommen.  „Letztlich muss die Partnerschaft aber vor allem durch private Kontakte lebendig gestaltet werden. Praktisch wäre zum Beispiel der Austausch von Praktikanten oder Studenten, die die jeweils andere Seite einmal kennenlernen möchten“, so Ganser. Und, so das Ziel, die Baseball-AG der Gemeinschaftsschule sollte einmal zu einem Freundschaftsspiel gegen die Amerikaner antreten. Die Schüler hätten in diesem Fall sicherlich nichts dagegen, wenn sie dann ein Auswärtsspiel zu bestreiten hätten.

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