Gemeinderat Protest gegen mögliche Bebauung der „Oberen Au“

Im Rathaus fallen die Entscheidungen.
Im Rathaus fallen die Entscheidungen. © Foto: Archiv
Bempflingen / swp 05.12.2018

Vor mehr als einem Jahr hat die Gemeindeverwaltung beim Ingenieurbüro Walter in Auftrag gegeben, um eine Änderung des Flächennutzungsplans herbeizuführen.

Am Montag, 10. Dezember, wird es im Gemeinderat  vorgestellt. Seit mehr als 20 Jahren weist die Gemeinde Bempflingen die Bereiche Schlegert und Hengstäcker als mögliche Baugebiete im Flächennutzungsplan aus. Im Jahr 2017 fällten Gemeindeverwaltung und Gemeinderat hinter verschlossenen Türen die Entscheidung, diese Gebiete aus dem Flächennutzungsplan zu entfernen und stattdessen großflächig die Obere Au Richtung Riederich dafür einzusetzen. Unterstützt von fast 200 Bürgern des Unterdorfs und vereinzelt auch des Oberdorfs appellierten zahlreiche Bewohner der Oberen Au an den Bürgermeister und den Gemeinderat, dieses Vorhaben zu überdenken. Denn bei Anstieg des Grundwasserpegels, wie es in regenreichen Zeiten und bei Unwetter Ereignissen mit Schlagregen der Fall ist, ist die Kanalisation schon heute überlastet. Allein seit 1950 wurden die Anwohner um Erms, Ermskanal und Steidenbach von fünf großen Überflutungsereignissen heimgesucht. Einmal wurde in der Kelterstraße dabei sogar eine ganze Garage weggerissen. Kleinere Vorfälle ereignen sich noch weitaus häufiger. Die Verwaltung verwies bei allen Einwänden stets auf das Gutachten, das nach der Gemeinderatssitzung am 29. Mai 2017 in Auftrag gegeben wurde, um Hinweise auf die Gründung der Gebäude und die Entwässerung der Oberen Au zu erhalten. Das Bürgerforum Obere Au (BOA), dem sich besorgte  Bürger angeschlossen haben, sieht den Ergebnissen gespannt entgegen. Dass die Messungen unter einer bestimmten Prämisse und im trockensten Jahr seit Jahrzehnten durchgeführt wurden, trägt nicht zur Beruhigung der Anwohner des Unterdorfs bei.

Uschi Stecher beschäftigt sich seit mehr als acht Jahren mit gesunder Gemeindeentwicklung in allen Lebenswelten. Dazu zählen auch Natur und Umwelt, die einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Schäden und zum Erhalt gesunder Ressourcen liefern. Gemeinsam mit Bernd Jansen, Stefanie Kasel, Markus Stecher und Jochen Zutavern engagiert sie sich für das Bürgerforum Obere Au, das sich zum Ziel gesetzt hat, die verbliebenen Auenflächen zwischen Bempflingen und Riederich zugunsten aller Anwohner des Ermstals zu erhalten. swp

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