Metzingen/Riederich Profis helfen pflegen

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Metzingen/Riederich / Larissa Abbenzeller 07.02.2016
Anfänger und Experten, Jung und Alt griffen zu Astschere und Säge. Anlass war der öffentliche "Obstbaumschnitt-Tag", zu dem gemeinsam mit dem Metzinger Obst- und Gartenbauverein eingeladen war.

Natürlich übernimmt die Gemeinde die Verantwortung für die Pflege der kommunalen Obstbäume. In Riederich sind es stolze 230 Bäume, die im Förderprogramm des Landes zum „Baumschnitt Streuobst“ aufgenommen sind. Laut Förderbedingungen müssen die Bäume zweimal innerhalb von fünf Jahren geschnitten werden, dafür werden sie mit 15 Euro pro Schnitt bezuschusst. Die Gemeinde hat beschlossen, pro Baum nochmals um zehn Euro aufzustocken, um einen Anreiz zur Pflege der Bäume zu schaffen.

Da die Bauhofmitarbeiter aber schon alle Hände voll zu tun haben und den erforderlichen Baumschnitt nicht auch noch schultern können, hörte sich Riederichs Bürgermeister Tobias Pokrop nach kompetenter Unterstützung um. Dabei stieß er auf den Metzinger Obst- und Gartenbauverein. Vorstand Johannes Jugel erklärte sich sofort bereit den Riederichern unter die Arme zu greifen. Für seine Schnittkurse und Übungseinheiten ist der Verein immer wieder auf der Suche nach geeigneten Obstbaumwiesen. „Auf unserem Gewann Frauengrund ist der Platz eben ein wenig eingeschränkt“, freute sich Jugel über die Möglichkeit in Riederich aktiv zu werden. „Eine echte Win-win-Situation“, lobte Pokrop die gelungene Zusammenarbeit zwischen seiner Gemeinde und dem Verein.

Zahlreiche Helfer kamen am Samstag zum ersten öffentlichen „Obstbaumschnitt-Tag“ mit eigenem Werkzeug und Leitern. Unter den „alten Hasen“ war auch Heinz Bösch, der sich schon seit Jahren um den Baumschnitt in Riederich kümmert. Den ehrenamtlichen Helfern sind die Riedericher Obstbäume eben schon zur echten Herzensangelegenheit geworden.

Auch die Kinder sollen schon möglichst früh an das Thema Streuobst herangeführt werden. So sammelten die Kindergartenkinder für die „Apfelsaftaktion“ in den vergangenen Jahren reichlich Streuobst auf den kommunalen Wiesen. Stattliche 2,8 Tonnen Äpfel kamen bei der Aktion zusammen, die dann in Glems zu 1900 Litern Saft verarbeitet wurden. „Die Kinder sollen ja wissen, wie Apfelsaft entsteht. Die Tetrapacks wachsen schließlich nicht im Supermarkt“, erzählte Pokrop ganz begeistert von der Freude, die die Kinder bei der Aktion hatten. Einige Liter des heimischen Apfelsafts lagern immer noch im Keller des Rathauses. In den Kindergärten wird er kostenlos ausgeschenkt und mit Begeisterung von den Kleinen getrunken. Zum Baumschnitt-Tag hatte der Schultes auch einige Liter im Gepäck, die er den Helfern gerne zur Verfügung stellte. Auch zum Mittagessen waren die fleißigen Helfer von der Gemeinde eingeladen.

Nach kurzer Begrüßung machten sich die Fachleute direkt ans Werk. Johannes Jugel kümmerte sich um die Neulinge und erklärte direkt am Baum, worauf es beim richtigen Schnitt ankommt. Bei der „Baumansprache“ wurde gemeinsam beratschlagt, welche Äste geschnitten und welche stehen gelassen werden. Schon nach kurzer Zeit durften die Anfänger selbst Hand anlegen. Gerne nutzten sie die Gelegenheit, ihre neu erworbenen Kenntnisse gleich in die Tat umzusetzen. Ein echter Win-win-Schnitt für 40 Riedericher Obstbäume.