Metzingen Profis am Werk

Frisch gereinigt, und zwar von professionellen Gebäudereinigern, präsentiert sich nun das Weinbaumuseum.
Frisch gereinigt, und zwar von professionellen Gebäudereinigern, präsentiert sich nun das Weinbaumuseum. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / EVA FOCHT-RABEL 07.03.2015
Alte Gebäude mit ihren verwinkelten Ecken zu reinigen, ist nicht ganz einfach. Um das zu lernen, reinigten Schüler der Gebäudereinigerklasse B 3 GR 4 jetzt das Weinbaumuseum am Kelternplatz.

Die Herrschaftskelter - das heutige Weinbaumuseum - stammt aus dem Jahr 1655, nachdem die vorherigen Gebäude an dieser Stelle, die im Jahr 1283 erbaut worden waren, zwei Mal niedergebrannt wurden. Zeugnis davon liefert der einzig am Kelternplatz erhaltene Kelterbaum, auf dem eine Inschrift und die Jahreszahl 1655 zu lesen ist. In den Jahren 1978 und 1979 wurde die Kelter zum Weinbaumuseum ausgebaut und 2009 neu konzipiert und umgebaut. Hausherr ist der Förderkreis Metzinger Keltern, der die Kelter von der Stadt Metzingen gepachtet hat.

Nun ist die Kelter in den vergangenen Jahren auch ein beliebter Veranstaltungsort geworden, mit vielen Gästen, die das besondere Ambiente bewundern. Und deshalb wird das Museum regelmäßig grundgereinigt, das bedeutet, dass auch die Dachsparren und Balken in luftiger Höhe vom Schmutz der Zeit befreit werden.

Das ist für den Förderkreis Metzinger Keltern (FMK) jedes Mal ein großer Aufwand, deshalb freute sich der Verein, dass in diesem Jahr Schüler im dritten Lehrjahr der Gebäudereiniger die Arbeit übernahmen. Knapp ein Dutzend Schüler rückte in zwei Gruppen mit je einem Objektleiter an, bewaffnet mit allen möglichen Handwerksutensilien wie langen Leitern, Besen, Schrubbern, Eimer und Tücher, um dem Schmutz zu Leibe zu rücken. "Die Schüler müssen für solche Außentermine selbst bestimmen, wie geputzt wird und dann dafür die erforderlichen Materialien zusammenstellen. Sie müssen aber auch mit dem Kunden reden, was er für Vorstellungen über die Ausführung der Reinigungsarbeiten hat", berichten die Lehrer Alexander Rödiger und Aleksander Durmishi. "Damit wird die Arbeit so praxisnah wie möglich, und die Berufschüler lernen auch schon Mal den Umgang mit den Kunden."

So herrschte reges Treiben in der Kelter: Beim Fensterputzen, dem Innenreinigen der großen Butten, der Feuchtreinigung von Ausstellungskonsolen und den vielen Exponaten, oder beim Schrubben des Bodens, der erst im Dezember 2013 neu verfugt worden ist. Da mussten die Schüler dann bestimmen, welches Fußbodenreinigungsmittel dafür am besten geeignet ist.

Insgesamt gibt es in Metzingen an der Gewerblichen Schule 15 Gebäudereinigerklassen mit rund 300 Schülern vom ersten bis zum dritten Lehrjahr, und zusätzlich eine Meisterklasse.

Aufgefallen ist, dass bei der fleißigen Putztruppe kein Mädchen oder Frauen dabei war. "Wir haben aber in fast jeder Klasse weibliche Vertreter", berichtet Aleksander Durmishi. "Aber wegen der schweren Arbeiten mit Maschinen, wie etwa beim Parkettschleifen oder der Steinreinigung, sind es nicht mehr so viele. Früher waren es schon mal mehr."

Die Gebäudereinigerklassen in der Gewerblichen Schule gibt es in Metzingen seit 1977 mit unterschiedlichen Klassenstärken. Die Branche hat sich zu einem leistungsstarken Wirtschaftszweig mit vielen Facetten entwickelt.

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