Neuhausen Plötzlich ist das Gelände eingezäunt

Das Gelände unterhalb der B 28 ist seit Kurzem eingezäunt.
Das Gelände unterhalb der B 28 ist seit Kurzem eingezäunt. © Foto: Thomas Kiehl
Neuhausen / Regine Lotterer 12.07.2018

Für den Neuhäuser Ort­schaftsrat Gerhard Fritz ist es ein wunderbares Biotop, bei der Straßenbauverwaltung läuft die Anlage dagegen nur unter der nüchternen Bezeichnung „Abwasserfangbecken“. Entstanden ist das Gewässer samt umgebendem Grün im Zuge der Flurneuordnung unter anderem mit dem Ziel, das Wasser aufzufangen, das mit Schmutz angereichert von der B 28 talabwärts fließt. Der Aufbau des Geländes und die ausgebrachten Pflanzen sorgen überdies dafür, dass das Wasser gereinigt wird.

Gebaut worden ist das Becken vor mehr als zehn Jahren. In dieser Zeit hat bislang noch kein Zaun den Zugang zur Wasserfläche versperrt, wie Gerhard Fritz am Dienstag im Ortschaftsrat betonte. Nun aber gibt es plötzlich diese Barriere: „Dort sieht es jetzt aus wie an einer JVA“, ärgert sich Fritz. Wildtiere hätten nun kaum noch eine Chance, auf das Gelände zu gelangen, dabei werde es gerade von Wildenten gut angenommen.

Friedemann Salzer, Vorstandsvorsitzender der Teilnehmergemeinschaft des inzwischen abgeschlossenen Flurbereinigungsverfahrens, hat sich des Problems bereits angenommen, wie er am Dienstag erklärte. Tatsächlich sei es ein Versäumnis der Straßenbaubehörde gewesen, den Zaun nicht zu errichten. Der Behörde obliege die Verkehrssicherungspflicht, und da die Gefahr bestehe, dass jemand auf dem Gelände zu Schaden komme, sei es jetzt für die Öffentlichkeit gesperrt worden. Mit dem nun gebauten Zaun ist er allerdings ebenfalls nicht einverstanden: „So wie es ist, kann es nicht bleiben.“ Technisch seien andere Lösungen möglich, die es den Landwirten erlaubten, ihre an das Gewässer angrenzenden Felder und Wiesen optimal zu bewirtschaften. Das entspreche auch den Zielen der Flurbereinigung, den Bauern ihre Arbeit zu erleichtern. Deshalb werde die Angelegenheit Thema des Flurbereinigungsvorstandes, der im Oktober tage. Ein Zaun freilich wird bestehen bleiben, sagte Salzer. Das sieht auch der Metzinger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler so. Wer die Verkehrssicherungspflicht habe, der trage auch das Risiko und müsse im Zweifelsfall für entstandenen Schaden haften, sagt er. Dem Wunsch von Ort­schaftsrat Gerhard Fritz, die Verwaltung möge den Sachverhalt prüfen, könne die Stadt zwar nachkommen. Der Zaun freilich steht auf Dettinger Gemarkung, wie sich im Laufe der Diskussion herausstellte und liegt damit außerhalb der Metzinger Zuständigkeit.

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