Riederich Pfadfinder mit neuer Gruppe

Riederich / Anne Laaß 01.06.2018
Die Riedericher laden Jungen im Alter zwischen elf und 13 Jahren zu einem Treffen in das evangelische Gemeinschaftshaus ein.

Die Welt ein Stück weit besser machen: An diesem Mantra haben sich die Pfadfinder seit ihrer Gründung orientiert. „Es kommt auf jeden Einzelnen an“, sagt Lukas Bach, Leiter der Riedericher Pfadfinder. Er selbst ist seit zehn Jahren Mitglied. Das Besondere sei allem voran die Art und Weise wie die Pfadfinder agieren. Jeder soll gleichgestellt sein, wird geschätzt, hinzu kommt der christliche Glaube, der nicht verpflichtend ist. Selbstverständlich könne jeder Pfadfinder werden, betont Bach.

Die Natur schätzen

Die Wölflinge, das sind die jüngsten Mitglieder, werden kindgerecht an die jeweiligen Aufgaben herangeführt. Das Handyverbot ist für die Kinder und Jugendlichen kein Problem. „Es ist von vornherein klar“, so Bach und ergänzt, „man lernt es zu schätzen, einmal keine Mails zu lesen.“ Es sei schlicht ein positiver Effekt, wenn man Zeit habe, die Natur zu genießen. Die Riedericher Pfadfinder sind traditionsbewusst. Das Lesen einer Karte, mit einem Kompass umgehen zu können und ein Zelt aufzubauen sind nur ein paar der Fertigkeiten, die die Mitglieder lernen. Ein weiterer Vorteil sind die kleinen Gruppen, auch Sippe genannt. Sie sollen das Gemeinschaftsgefühl fördern und es den Pfadfindern ermöglichen, Schritt für Schritt etwas dazu zu lernen und Verantwortung zu übernehmen.

In guter Erinnerung bleiben, so ist es zumindest für Lukas Bach, die Fahrten und die Lagerplätze. Auf Fahrt gehen heißt bei den Pfadfindern, in ein Abenteuer zu starten. Mit gepacktem Rucksack geht es in ein für manche vielleicht unbekanntes Land. Die Jugendlichen übernachten in den selbst aufgebauten Zelten. Hier hat jeder seine Aufgabe: Wasser holen beispielsweise. Aber das kann zu einer Herausforderung werden. Schließlich müssen die Jugendlichen dafür auch bei den Anwohnern nachfragen. „Wenn man sagt, dass man Pfadfinder ist, ist das schon ein Türöffner“, sagt Bach. Schwieriger wird es schon, wenn die Gruppe im Ausland unterwegs ist: „Zunächst geht jemand von uns mit. Aber beim nächsten Mal müssen sie es allein schaffen“, erklärt der Leiter der Riedericher Pfadfinder. Bisher habe es aber immer geklappt und die Jungs würden so auch ihre Sprachkenntnisse vertiefen und zudem praktisch anwenden.

Gemeinsame Aktion

Allerdings geht es für die Pfadfinder nicht allein auf Fahrt, sondern auch regelmäßig ins Bundeslager. Vor zwei Jahren hatte Bach die Idee, ein Peace-Zeichen zu kreieren. Als sich die Möglichkeit bot, haben sich die 1400 Teilnehmer des Lagers dazu aufgemacht, es in die Realität umzusetzen. Ihr Motto „Zeit zu handeln“ sollte mit dem internationalen Symbol für Frieden ein Zeichen setzen. „Ich war stolz auf meine Jungs“, sagte Bach. Die Aktion sollte verdeutlichen, dass es „Zeit ist, sich für Frieden in der Welt einzusetzen“, wie in den sozialen Medien zu lesen ist. Und zeigen, zu welchen Dingen eine Gruppe gemeinsam fähig ist.

Apropos Gruppe: In Riederich wollen die Pfadfinder eine neue gründen. Mitmachen kann prinzipiell jeder Junge im Alter zwischen elf und 13 Jahren. Drei Mitglieder hat die Gruppe bereits, wie Bach verrät. „Sie werden rausgeklaut und kommen dann in die Sippe“, erzählte der 21-Jährige. Leiter wird Anton Gölz sein. Er hatte die Idee für die neue Gruppe. Der Riedericher ist bereits im Alter von sechs zu den Pfadfindern gestoßen. Er ist Leiter der Sechs- bis Elfjährigen und will nun den Sprung wagen, wie er mitteilt. Um Sippen- oder Stammesführer zu werden, wird ein entsprechender Kurs besucht. Hier werden die Frischlinge von den älteren Pfadfindern für diese Aufgabe geschult. Themen sind unter anderem, wie Gruppenstunden vorzubereiten sind, welche Inhalte vermittelt werden können, was beim Planen der Aktionen beachtet werden muss und eine Auffrischung für die „Erste Hilfe“. Bach merkt zudem an, dass die Pfadfinder, die diese Kurse leiten, selbst jahrelang Sippen- oder Stammesführer waren und so die Neuen gut vorbereiten können.

Abwechslungs- und lehrreich

Gölz wird nun am Mittwoch, 6. Juni, um 17 Uhr ein paar grundlegende Informationen über die Pfadfinder erzählen. Alle interessierten Jungen sind dafür ins evangelische Gemeindezentrum eingeladen. Das erste Treffen sieht zunächst eine Gruppenfindung vor. Aber, so Gölz, in der Woche darauf, wird „ein spaßiges Programm bestritten.“ Eine Besonderheit der Pfadfinder ist für ihn, das abwechslungsreiche Programm und der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe. Das habe ihn bewogen zu bleiben. Außerdem, so merkte der 16-Jährige an, bestehe die Arbeit der Pfadfinder darin, Werte fürs Leben zu vermitteln und Freundschaften fürs Leben zu bilden.

Sippe, Meute, Gruppe

Die Aufteilung innerhalb der Pfadfinder hat eigene Bezeichnungen.
So gibt es die Wölflinge, eine Meute, die aus Jungen und Mädchen zwischen sechs und zehn Jahren besteht.
Eine Sippe ist dabei die kleinste Gruppe, sie kann gemischt sein, muss sie aber nicht. Der Stamm hingegen meint alle Pfadfinder des Ortes, egal wie alt sie sind.
Gruppenleiter darf man ab 14 Jahren sein, Stammführer ab 18.
Die neue Gruppe der Riedericher Pfadfinder, die zum Stamm Friedrich von Bodelschwingh gehört, hat am Mittwoch, 6. Juni, ihr erstes Treffen im evangelischen Gemeindehaus. Beginn ist um 17 Uhr.

Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.pfadfinder-riederich.de.

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