Metzingen / Von Peter Kiedaisch

Der Metzinger Bauhof benötigt vier neue Kleintransporter. Als Ersatz für Fahrzeuge, die bislang vor allem in der Grünpflege eingesetzt wurden. Da geht es schon mal ins Gelände, jedenfalls runter von befestigten Straßen. In der Regel haben solche Wagen ein Diesel-Aggregat unter der Haube. Die alten, die demnächst ausrangiert werden, sind Diesel (mit Euro-2-Norm) wie auch die von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen und vom Gemeinderat am Donnerstag genehmigten Neuanschaffungen. Doch so einfach wie noch vor wenigen Jahren kauft man heutzutage keine Diesel mehr. Nicht allein wegen der Sache mit dem Feinstaub. Es geht um mehr, eigentlich sogar ums Ganze. Auch ums Klima und die Zukunft jüngerer Generationen. Deswegen hat Peter Reiff (FDP) die Stadtverwaltung zurecht gebeten, künftig bei solchen Anschaffungen Elektroautos zumindest in der Ausschreibung zu berücksichtigen. Im vorliegenden Fall hat das die Stadt nicht getan, sich allerdings vorab erkundigt, ob es für diesen Einsatzzweck strombetriebene Alternativen gäbe. Nein, lautete die Antwort, denn die auf dem Markt verfügbaren Modelle haben weder eine Doppelkabine noch eine ausreichende Motorleistung, von der erforderlichen Zuladungskapazität ganz zu schweigen. Michael Breuer (SPD) hat dazu eine durchaus pragmatische Haltung: „Wenn der Markt nichts hergibt, kaufe ich doch keine Krücke, nur damit ich Elektro habe.“ Eine Welt ohne Diesel könnte durchaus tückisch sein. Darauf hat auch FWV-Stadtrat Stefan Köhler hingewiesen. Er selbst hat einen Handwerksbetrieb und setzt einen Diesel-Transporter ein. „Verdammt mir nicht den guten alten Diesel“, sagte er sinngemäß. Seiner schluckt acht Liter, ein vergleichbarer Benziner würde „locker 20 bis 25 Liter Sprit verbrauchen“. Benzin aber setzt CO2 frei, wodurch sich die Erde allmählich aufheizt. Übrigens aufheizen: Die Arbeitsstättenverordnung besagt, Arbeitnehmer haben ein Anrecht auf eine Pause in einem warmen Raum. Dafür steht ihnen notfalls auch die Fahrerkabine eines Diesels zur Verfügung. Wollten sie in einem Elektrofahrzeug ihren Pausentee zu sich nehmen, „dann kämen sie mit ihrem Akku abends gar nicht mehr nach Hause.“ Manchmal wünschte man sich, die große Politik würde auch mal in eine Gemeinderatssitzung gehen. Wo die wirklichen Experten sitzen, die erst nachdenken, ehe sie sich aufmachen, um die Welt zu retten.