High Noon zwischen Fachwerk und Stiftskirche. Auf seiner Tour durch die oft zugeparkten Straßen in der Dettinger Ortsmitte hat ein Vollzugsbeamter der Gemeinde kürzlich eine böse Überraschung erlebt: Ein Autofahrer ließ ihn an seinen Fäusten riechen.

Der Falschparker beschimpft den Beamten

Der Reihe nach. Als der Beamte einem Verkehrssünder einen Strafzettel ans Auto pinnen wollte, stand der Falschparker plötzlich vor ihm – und machte Terror. Erst ging’s wohl nur verbal zur Sache, aber dann wurde der Mann handgreiflich „Unser Mitarbeiter ist regelrecht angegriffen worden“, schildert Dettingens Bürgermeister Michael Hillert. Und holt Luft: „Da fehlen einem die Worte.“

Der Vollzugsbeamte zeichnet das Gespräch mit dem Handy auf

Gar nicht verlegen war indessen der Gemeindebedienstete, während die Schimpftirade des Autofahrers auf ihn niederprasselte: Der Beamte bediente sein Handy und zeichnete das Gespräch auf. Danach erstattete er Anzeige bei der Polizei. Weil es sich um persönliche Beleidigung und Körperverletzung handelt, muss er das als Privatmann tun, erklärt Dettingens Hauptamtsleiter Manuel Höllwarth. „Aber wir unterstützen unseren Mitarbeiter natürlich in diesem Fall.“

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Metzingen/Dettingen

Der Mitarbeiter erstattet Anzeige bei der Polizei

Solidarisch mit seinem Vollzugsbeamten erklärte sich auch der Bürgermeister in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Wer ihn kennt, der weiß: In solchen Fällen ist der Schultes gern geladen. Und das nicht nur, weil die Parksituation in Dettingen ein Thema ohne Ende ist: Über Autofahrer, die ihren Wagen beim Bäcker abstellen und dann drei Meter bis zur Buchhandlung vorfahren, haben sich Gemeinderat und Verwaltung schon des öfteren echauffiert. Andererseits gehen immer wieder Bürgerklagen über fehlende Parkplätze im Rathaus ein.

Tätliche Angriffe sind nicht die Regel

Tätliche Angriffe auf einen Vollzugsbeamten waren bislang aber nicht die Regel, betont Hauptamtsleiter Höllwarth. Die beiden für Knöllchen zuständigen Herren müssen zwar oft „unangenehme Gespräche führen“ – doch so eskaliert ist die Situation noch nicht.

Wie dem auch sei, der Dettinger Falschparker muss jetzt nicht nur das Verwarnungsgeld bezahlen. Nach der Anzeige kommen auf ihn wohl noch unangenehmere Umstände zu.