Metzingen / MARA SANDER  Uhr
Zur Feier des Tages wurde am Freitag der neue Backofen in Betrieb genommen, um den Spendern für eine Kücheneinrichtung in den Räumen der Mobilen Jugendberatung entsprechend danken zu können.

"Das ist wie Weihnachten", freute sich Katharina Riehle von der Mobilen Jugendberatung, die zusammen mit Ehrenamtlichen gebacken und sich sehr für das Projekt engagiert hatte. "Sie hat nie aufgehört, aus der Idee mehr zu machen", lobte Karl-Heinz Krauß vom Trägerverein Hilfe zur Selbsthilfe, dem die Mobile Jugendberatung angegliedert ist. Katharina Riehle erzählte Jörg Niemann, einem Küchenspezialisten, von dem Wunsch nach einer Küche, aber kein Geld dafür zu haben.

"Ich bin überzeugt davon", sagte Niemann zu seiner Motivation für diese soziale Einrichtung eine Küche zu spenden.

Zwar habe er ständig Anfragen dafür, aber er habe sich für dieses Projekt entschieden, weil er aus eigener Erfahrung wisse, wie schwierig es für Jugendliche sei, Probleme mit Ämtern zu lösen.

Darum sei es wichtig mit der mobilen Jugendberatung "verschiedenen Menschen eine Anlaufstelle zu geben, wo sie sich Rat holen können."

Das geschehe aber nicht sofort am Schreibtisch im direkten Gespräch sondern eher in einer vertrauten Umgebung, wo man sich mit anderen treffen könne, wie auch Peter Nißle von der Stadtverwaltungen erklärte, dass zum Beispiel "pädagogisches Kochen" eine gute Möglichkeit sei miteinander ins Gespräch zu kommen.

Die Küche soll nicht dazu dienen etwas zu produzieren um es zu verkaufen sondern um im kleinen Rahmen Kleinigkeiten zubereiten und essen zu können, was bekanntlich die Gemeinschaft fördert und einem Treffen einen gemütlichen Rahmen geben kann.

Die Spende von Niemann hatte dann eine Sogwirkung, denn um die Küche einbauen zu können, mussten zunächst Vorarbeiten wie Wände zu begradigen, gemacht werden. "Die Wände in diesem Haus hätte man vielleicht ab zwei Promille gerade sehen können", beschrieb Nißle den Zustand des Altbaus, bei dem es auch Bodenwellen gab. Konrad Reusch begradigte sie fachgerecht, die Firma von Friedrich Fischer übernahm die Elektroinstallation.

"Corporate Citizenship" sei sehr wünschenswert, so Nißle über das Zusammenspiel von Unternehmen um sich für soziale Projekte einer Stadt einzusetzen, denn mit Geldspenden allein ist nicht getan etwas zu verändern. Fachwissen und Handwerkstechniken sind mindestens genau so wertvoll wie auch entsprechende Sachspenden.