Metzingen Outletcity wächst nach Plan

Metzingen / Von Peter Kiedaisch 01.02.2018

Das neue Parkhaus an der Eichbergstraße ist, was Parkhäusern nicht unbedingt nachgesagt werden kann, ein Blickfang. Die feingliedrige Holzfassade könnte eben so gut ein modernes Theaterhaus oder ein Kunstmuseum einhüllen. Kurz vor Weihnachten wurde es für Parkplatzsuchende freigegeben.

Richtig gut ausgelastet

Seitdem ist das Parkhaus richtig gut ausgelastet, wie Marcus Reutter bestätigt. Reutter ist bei der Holy AG für die städtebauliche Entwicklung zuständig und kennt die Großbaustelle im Herzen Metzingens wie kaum sonst jemand. Fertig, sagt er, ist das Parkhaus freilich noch nicht, auch wenn parken durchaus und uneingeschränkt möglich ist.

Noch fehlt der Feinschliff, der Innenausbau, etwa die Toiletten. Die werden dieser Tage hergerichtet, was auch notwendig ist, denn das Parkhaus „wird sehr gut angenommen“, sagt Reutter. Es ist ein kleiner Vorgeschmack darauf, was in den kommenden Monaten und Jahren noch entstehen wird auf dem alten G&V-Areal, das schon bald erstens die bestehende Outletcity erweitert und zweitens eine wichtige städtische Schnittstelle darstellt. Sie verbindet Quartiere, zwischen denen mehr als 100 Jahre die für die Öffentlichkeit undurchdringbare Industriefläche des Tuchherstellers Gaenslen und Völter lag.

Dieser Vorgeschmack bezieht sich auf das äußere Erscheinungsbild, denn wenn die Parkhäuser schon architektonische Glanzleistungen sind, dann werden die Verkaufshäuser, im Jargon der Modewelt gerne „Store“ genannt, nicht minder spektakulär aussehen, ebenso die Gastronomieeinrichtungen, die Hotels, die Wege, die teilweise freigelegte Erms und die Freiflächen, die nicht nur den Outletbesuchern vorbehalten bleiben. „Das Parkhaus“, freut sich auch Holy-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Bauer, „fügt sich da oben sehr schön in die vorhandene Bebauung.“ Das ist freilich untertrieben.

Das bislang größte Bauloch, das für die Tiefgarage, die von der Stuttgarter- und der Reutlinger Straße angefahren werden kann, ist schon teilweise wieder geschlossen.

Die Bodenplatte ist schon betoniert, Teile der Decke ebenfalls, am Anschluss ans alte Parkhaus P3 (wo früher Adidas residierte) wird derzeit auch gearbeitet.

Und schon bald wird das erste Gastrogebäude hochgezogen, und zwar zwischen Erms und Ermskanal. „Wir liegen exakt in dem Zeitraster, das wir uns vorgestellt haben“, freut sich Marcus Reutter.

Derzeit ist die Sannentalstraße gesperrt und aufgebaggert. In den Untergrund kommt jede Menge wichtige Infrastruktur. Abwasserentsorgung etwa. Und Regenwasserkanäle, die in die Erms münden. Von der Sannentalstraße schaffen sich die Arbeiter entgegen der Fließrichtung hoch zum Mehrgenerationenhaus und dann bis zum Schlachthof.

Die Tiefgarage könnte, jedenfalls teilweise, bereits im dritten oder vierten Quartal freigegeben werden. Dann wären nach Ansicht von Marcus Reutter auch erste belastbare Aussagen darüber möglich, inwiefern das Parkkonzept der Outletcity den Parkplatzsuchverkehr in der Innenstadt verringern kann. Bis dahin ist auch das Parken oberhalb des früheren Adidas-Stores wieder möglich.