In der Outletcity Metzingen herrscht an diesem Wochenende Zucht und Ordnung – und das ist eine positive Nachricht. Wer häufiger in Metzingen unterwegs ist, stellt fest, dass es wohl selten zuvor so gesittet und geordnet zuging.

Sonderverordnung für die Outletcity Metzingen

Am ersten Samstag nach Erlass einer Sonderverordnung für die Outletcity, die die Stadt Metzingen, Landratsamt, die Polizei und die Holy AG gemeinsam erarbeitet haben (wir haben berichtet), ging es an diesem Samstag vor Ort um die praktische Umsetzung.
Besucherkontrollen in der Metzinger Innenstadt - Drohne im Einsatz

Outletcity Metzingen Besucherkontrollen in der Metzinger Innenstadt - Drohne im Einsatz

Zu diesem Zweck hatte die Polizei einen Bus der Feuerwehr der Stadt Reutlingen ausgeliehen und als Einsatzzentrale auf dem Lindenplatz platziert. Hier liefen die Informationen zusammen, die von den Streifen oder von den Beamten an den Zufahrtsstraßen übermittelt wurden. Über die aktuellen Entwicklungen, etwa wenn ein Parkhaus belegt war, informierte die Polizei über ihre Beamten der Öffentlichkeitsarbeit in Reutlingen zeitnah über die sozialen Medien.

Polizei mit Pferden und Drohne vor Ort

Etwa 50 Beamte waren am Samstag in der Outletcity im Einsatz, wobei Polizeisprecher Martin Raff diese Zahl nicht offiziell bestätigen wollte. „Es kommt ja auch darauf an, ob man die Kollegen, die regulär in Metzingen im Dienst waren, mit dazu zählt“, so Raff.
Auch berittene Polizei war auf der Metzinger Einkaufsmeile unterwegs. „Pferde sind bei solchen Einsätzen Sympathieträger“, begründet Raff den Einsatz der Reiter, außerdem hätten die Kollegen von den Pferden aus auch eine bessere Übersicht.
Darüber konnten sich die Beamten, die das Einkaufsviertel mit einer Drohne überwachten, noch weniger beklagen. In einer Höhe von etwa 50 Metern erzeugt die Drohne, weitestgehend unbemerkt von den Shoppingtouristen, meist gestochen scharfe Bilder vom Geschehen am Boden. Übertragen werden die Aufnahmen auf einen großen Monitor in der Einsatzzentrale. Bei dichten Menschenansammlungen könnten von dort sofort Beamte losgeschickt werden, um diese aufzulösen.
In der gesamten Outletcity, auch im Freien, herrscht Maskenpflicht. Besucher, die das bei ihrer Ankunft noch nicht gewusst hatten, wurden entweder von den Polizeibeamten oder von einem Security-Mitarbeiter darauf aufmerksam gemacht. Auch die Holy AG hatte ihren Bestand an Security-Mitarbeitern nämlich stark erweitert.

Zugang zu den Geschäften über QR-Code

Auch für die Betreiber der Outletcity bildet die Umsetzung der neuen Verordnung eine große Herausforderung. Wie verhindert man zum Beispiel lange Warteschlangen vor den gefragtesten Shops? Mit moderner Technik. Vor den meistfrequentierten Geschäften standen Mitarbeiter der Outletcity mit großen Schildern. Von denen konnten sich die Besucher einen QR-Code herunterladen, über den sie eine Zugangsnummer für das gewünschte Geschäft bekommen konnten. Wenn die Nummer an der Reihe ist, wird der Besucher, der sich inzwischen andernorts in der Outletcity umsehen konnte, über sein Smartphone benachrichtigt. So gab es am Mittag gegen 12 Uhr beispielsweise bei Adidas eine Wartezeit von etwas mehr als einer halben Stunde, eine Warteschlange vor dem Shop gab es trotzdem keine.

Vorbereitung für Black Week

„Letztlich“, so sagt Martin Raff, „lernen alle Beteiligten bei jedem Einsatz dazu.“ Jener am Samstag darf somit auch als Generalprobe für die anstehende Black Week mit einem noch größeren erwarteten Besucheransturm am kommenden Wochenende gelten. „Selbstverständlich werden wir den Einsatz auswerten und Rückschlüsse daraus ziehen.“
Ganz sicher wird das hohe Polizeiaufgebot auch in den kommenden Tagen in der Outletcity präsent sein, zumindest bis zum 30. November, denn solange gilt noch die aktuelle Corona-Verordnung. Und die dann folgenden Adventssamstage? „Was danach kommt, müssen wir abwarten. Aktuell wären das alles nur Spekulationen“, so Raff.