Walter N. Herold ist am 1. Juli in seinem Haus in Stratham, New Hampshire, USA im Beisein seiner Tochter Lise friedlich entschlafen. Er war 96 Jahre alt. Er wurde am 17. Mai 1920 als Sohn von Jenny und Adolph Herold geboren, die beide 1941 nach Riga deportiert wurden. Die Familie wohnte in der Schillerstraße 13 in Metzingen, bis sie sich nach einem Angriff auf ihr Haus in der Reichspogromnacht dazu gezwungen sah, nach Stuttgart umzuziehen.

1936 schloss er die Realschule in Metzingen ab und machte dann eine Ausbildung als Werkzeugschlosser bei der Firma H.C. Stoll in Reutlingen. Der nationalsozialistischen Verfolgung entkam er durch die Emigration in die USA im Februar 1940.  Er diente von 1943 bis 1946 in der 10. Gebirgsjägerdivision der US-Amerikanischen Armee.

Für kurze Zeit arbeitete er bei den Firmen Brooklyn Tool und Die Company und wurde dann von Homelite, einem Hersteller von Pumpen, Generatoren und Kettensägen übernommen. Dort arbeitete er 44 Jahre lang bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1985 und war dort zuletzt Leiter des internationalen Kundendienstes. 1952 heiratete er Natalie A. Horgan, die 1997 verstarb. Ihre drei gemeinsamen Kinder mit Familien sind Lise Herold mit Floyd Watts in Liberty, Maine, USA; Jane Herold mit Robert Adzema und Tochter May Adzema-Herold in Palisades, New York, USA und Ruth Herold mit Gilles Reverdin und den Töchtern Elizabeth und Eva Herold-Reverdin in Paris, Frankreich. Seine zwei Schwestern sind vor ihm gestorben: Gertrude (Trude) Herold 1957 in Brooklyn, USA und Grete (Gretl) Geballe geb. Herold 1998 in Haifa, Israel.

Er war ein passionierter Tischler, begeisterter Angler, liebte Musik und war fasziniert von Sprachen und Astronomie. Er war sehr geschätzt bei seinen Nachbarn in Stratham. Seine Freunde und Familie werden ihn sehr vermissen.