Neckartenzlingen Nicht bange um den Standort

Die Geehrten und die Ehrenden bei der Firma Hirschmann vereint. Foto: Norbert Leister
Die Geehrten und die Ehrenden bei der Firma Hirschmann vereint. Foto: Norbert Leister
Neckartenzlingen / NORBERT LEISTER 24.07.2012
Schon seit 43 Jahren wird der Preis vergeben, dieses Mal profitierten erneut fünf Nachwuchs-Ingenieure - die auch die Hirschmann-Car-Communication in Neckartenzlingen gut gebrauchen könnte.

Die Nachfrage nach jungen Ingenieuren und Wissenschaftlern ist heute groß, immens groß. Allerdings hatte das schon Firmengründer Richard Hirschmann vor mehr als 40 Jahren erkannt und die Stiftung ins Leben gerufen, die auch jetzt noch Preisgelder vergibt. Die Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart ist nach der Aussage von dessen Rektor Prof. Wolfram Ressel sehr gut, wenn auch nicht die einzige. Einige weitere Firmen vergeben Preise an Studenten der Uni - und versuchen, sich damit die begehrten Nachwuchskräfte für sich zu gewinnen. Gute Aussichten für die kommende Generation - sie werden sich die besten Stellen aussuchen können.

Aber auch hier gilt zunächst einmal:"Ohne Fleiß kein Preis." Denn zumindest die Studierenden, die am Donnerstag von der Hirschmann-Stiftung ausgezeichnet und mit einem Preisgeld von 1200 Euro bedacht wurden, hatten zuvor allesamt exzellente Leistungen in den Elektronik- und Kommunikationswissenschaften abgelegt. Sandra Naasz, Felix Nieuwenhuizen, Jörg Neuburger, Matthias Tonnier und Daniel Widmann hießen die Preisträger - was sie vereinte, waren gute bis hervorragende Noten.

Hinzu kam bei manchen, was heutzutage"soft skills" genannt wird - Zusatzfähigkeiten, die nichts mit dem Studienfach an sich zu tun haben. Zumeist werden soziale Kompetenzen darunter verstanden, die etwa Sandra Naasz durch kirchliches Engagement neben dem Studium her erfüllt. Auch Daniel Widmann engagiert sich außerhalb des Universitäts-Campus - und zwar in der Freiwilligen Feuerwehr. Alle Festredner waren sich einig: Mit solchen Kapazitäten wie den diesjährigen Preisträgern"brauchen wir keine Angst um den Standort Deutschland zu haben", betonte etwa Ludwig Geis von der CEO Hirschmann Car Communication GmbH.

Dietrich Mayer erinnerte als Vertreter der Familie Hirschmann (er ist der Enkel des Firmengründers Richard) an die Geschichte des weltweit tätigen Unternehmens, das schon immer eng mit der Automobil-Industrie verbunden war. Begonnen hatte der Großvater allerdings 1924 nach der Firmengründung mit Steckverbindern - einem nicht gerade typischen Produkt für einen gelernten Mechaniker."Damals waren Autos noch richtige Rüttelmaschinen", erläuterte Mayer. Zusammengesteckte Verbindungen sprangen da zwangsläufig immer wieder auseinander - Grund genug für Richard Hirschmann, sich diesem Problem zu widmen. Schon bald kam allerdings die Antennentechnik hinzu. Heute ist das Unternehmen mit 140 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Jahr und900 Mitarbeitern weltweit immer noch vor allem in der und für die Automobilindustrie unterwegs. Allerdings vor allem in dem zukünftigen Bereich des Infotainments, wie Geis hervorhob.

Landtagsabgeordneter Thaddäus Konzmann (CDU) betonte, dass die schnellere Anerkennung von ausländischen Qualifikationen dringend vonnöten sei."Da gibt es viel brachliegendes Fachpersonal", so seine Aussage. Und das fehlt ja immer mehr. Die Hirschmann Car Communication tue hingegen einiges, um sich spätere Fachkräfte zu sichern: Neben den Preisen werden etwa ständig Praktikanten genommen und eine Schulpartnerschaft mit der Realschule Neckartenzlingen ziele in die gleiche Richtung.

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