Würtingen Neustart für die Sänger

Projektleiter Eberhard Höngen (links) und Liederkranz-Vorstand Hartmut Meyer wollen Sänger begeistern. Foto: Kirsten Oechsner
Projektleiter Eberhard Höngen (links) und Liederkranz-Vorstand Hartmut Meyer wollen Sänger begeistern. Foto: Kirsten Oechsner
Würtingen / KIRSTEN OECHSNER 26.06.2013
Seit März ruhen die Proben, nun startet der Liederkranz Würtingen mit einem Projekt wieder durch: Morgen kann jeder zur Singstunde kommen, der Lust auf Chorgesang in unverbindlicher Runde hat.

Dem Liederkranz geht es nicht anders, als vielen anderen Chören und Vereinen: Der Kreis aktiver Mitglieder schwindet nach und nach. "Vereinsarbeit heißt, Verpflichtungen zu übernehmen, und das möchte kaum noch jemand", erklärt Hartmut Meyer, der seit März den Vorsitz des Liederkranzes inne hat. Zu diesem Zeitpunkt war der Verein am Existenzminimum angekommen: "Wir waren nur noch zehn Sänger und Sängerinnen im Gemischten Chor." Auf dieser Basis wollte auf Dauer niemand weitermachen.

Auf Vorschlag von Chorleiterin Sylvia Götz ruhen seit März die Singstunden beim Liederkranz. Nun aber wollen die Sänger wieder durchstarten: Mit einem neuen Dirigenten an den Spitze, die bisherige Leiterin verlässt die Region, und einem neuen Konzept.

Für den erfahrenen Dirigenten Eberhard Höngen ist Projektarbeit keine neue Erfahrung, erst vor Kurzem hatte der Engstinger Chor Erfolg mit diesem Konzept. Der dortige Gesangverein befand sich in einer ähnlichen Lage wie die Würtinger, doch das Interesse an der Projektarbeit war groß. Das Ziel des Vorhabens ist ganz klar, Lust auf Chorgesang in unverbindlichem Rahmen für ein zeitlich begrenztes Projekt zu machen, verbunden mit einer Hoffnung, "dass der eine oder andere dabei bleibt", wie Höngen sagt. "Das hängt von mir ab, wie interessant ich die Proben gestalte", schätzt er die Situation ein.

Gesang-Novizen, sagt Höngen, bräuchten keine Furcht vor einem möglichen Vorsingen in großem Kreis zu hegen, auch Noten müsse man nicht kennen: "Es geht vielmehr darum, seinen Platz in der Tonhöhe zu finden." Wichtig sei vor allem, dass sich die Interessenten wohl und im Chor aufgenommen fühlen, deshalb finden in einer ersten Phase vor den Sommerferien auch Einführungsproben statt: "Man sollte sich etwas gefunden haben, bevor es richtig los geht."

Nach den Ferien startet die eigentliche Projektarbeit, das Programm orientiert sich am Geschmack der Sänger: Die dürfen sich aus einer umfangreichen Vorschlagsliste ihre Lieblingssongs aussuchen: "Die sind auf einen durchschnittlichen Chor ausgerichtet, der vom Alter her nichts festgelegt ist." Und so sind beim Liederkranz Jung und Alt, Würtinger und Sänger von außerhalb willkommen - gerne dürfen sie auch eigene Lieder vorschlagen. Die Vorschlags-Liste wird bis September je nach Ist-Situation vom Chorleiter überarbeitet und die Lieder entsprechend arrangiert.

Jetzt bleibt für Dirigent und Vorsitzenden nichts mehr zu tun als abzuwarten. "Wir sind beide sehr gespannt, wie die Idee ankommt", sagt Hartmut Meyer vor allem auch mit Blick auf das 140-jährige Jubiläum des Liederkranzes im nächsten Jahr. Er selbst ist vor vier Jahren übrigens selbst über ein Projekt nach langer Pause wieder zum Chorgesang gekommen. Er ist dabei geblieben und hat Verantwortung im Verein übernommen. Die sollten auch die noch verbliebenen Liederkranz-Sänger übernehmen. "Es ist wichtig, dass dir Aktiven die Begeisterung für das Projekt nach außen tragen und dafür werben", weiß Eberhard Höngen.

Info Die erste Projekt-Singstunde ist am Donnerstag, 27. Juni, von 20 bis etwa 21.30 Uhr im Kommohaus. Weitere Informationen gibt es bei Hartmut Meyer, Telefon: (0 71 22) 8 20 67 52.

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