Gut gemeinte Fördervereine gibt es viele, aber längst nicht alle können den ihnen angedachten Beitrag zur Unterstützung einer Institution oder eines anderen Vereins auch tatsächlich leisten. Beim Verein zur Förderung der Leichtathletik in Metzingen e.V. ist das anders. Er unterstützt die Leichtathletik-Abteilung der TuS Metzingen nach Kräften, vornehmlich natürlich auf finanzielle Art.

Neben der Übernahme von laufenden Kosten gab es für den Verein im vergangenen und im laufenden Jahr einen besonderen Schwerpunkt: den Umbau zweier alter Umkleidekabinen im Otto-Dipper-Stadion zu einem funktionellen Kraftraum. Diesen stemmen die Mitglieder des Fördervereins gemeinsam mit jenen der Leichtathletik-Abteilung der TuS Metzingen überwiegend in Eigenleistung. Auch die Kosten, die sich am Ende auf annähernd 20 000 Euro summieren dürften, teilen sich beide Vereine.

Nachdem die Stadt Metzingen im Stadion einen neuen Sanitärtrakt gebaut hatte, stellte sie den Altbau aus dem Jahre 1961 der TuS zur Verfügung. Bei den Leichtathleten war sofort die Entscheidung gereift, zur Optimierung des Trainingsbetriebes endlich einen Kraftraum direkt im Stadion zu errichten. „Für unsere Trainingsmöglichkeiten bedeutet das einen Quantensprung“, freut sich der sportliche Leiter der TuS-Leichtathleten, Uwe Euchner.

So schritten im vergangenen Herbst die Sportler mit Hammer und Meißel zur Tat, um Wände herauszuschlagen – eine ungewöhnliche Trainingseinheit. Es folgte die Demontage der Sanitäranlagen, gut 20 Tonnen Bauschutt galt es letztlich zu entsorgen.

Um die Statik des Gebäudes nicht zu gefährden, wurde mit Hilfe eines Metzinger Dachdecker-Unternehmens eine Holzbalkenkonstruktion eingebaut, die die bis dato eher tristen Räumlichkeiten auch optisch sofort aufwertete. Neue Türen, eine von Profis eingelassene Decke sowie ein frisch verlegter Estrichboden – sehr schnell war von den muffigen Umkleide- und Duschräumen nicht mehr viel zu erkennen.

Derzeit, davon konnten sich die Mitglieder des Fördervereins am Freitagabend am Rande ihrer Jahreshauptversammlung ein Bild machen, werden noch die Wände gemacht, ehe ein Elektriker für Licht und Stromzufluss sorgen kann. Wiederum in Eigenleistung wird der dann 95 Quadratmeter große Raum gestrichen. Den Abschluss bilden einige kleinere Arbeiten an der durch den Umbau betroffenen Fassade des Gebäudes.

Durch einen glücklichen Umstand konnte der Förderverein in den vergangenen Tagen auch das komplette Enterieur für den Kraftraum erwerben. In Metzingen wurde ein Fitness-Studio aufgelöst, aus der dortigen Insolvenzmasse besorgten sich die Leichtathleten alles, was sie für ihr neues Trainingsparadies benötigen. „Für uns war das eine optimale Lösung“, so Uwe Euchner. Der Schwerpunkt des Krafttrainings bei Leichtathleten liegt im Gegensatz zu Bodybuildern weniger auf der Arbeit an Kraftmaschinen, als vielmehr auf dem Umgang mit Lang- und Kurzhanteln. Damit sind die TuS-Leichtathleten nach ihrem Einkauf nun bestens versorgt.

Spätestens im Laufe des Aprils soll der Raum endgültig fertiggestellt und bezogen sein. Mit einem kleinen Fest wollen sich die Leichtathleten dann bei Helfern, Sponsoren und der Stadt als Eigentümer für ihr neues Refugium bedanken, auch interessierte Leichtathletik-Freunde dürfen dann natürlich einen Blick in die künftige sprichwörtliche „Talentschmiede“ werfen.

Versammlung des Fördervereins


Michael Stocker ist seit Freitag der insgesamt dritte Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Leichtathletik in Metzingen. Er löste Stefan Bader ab, der aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl stand. Begleitet bei der Vereinsarbeit wird Stocker von seinem Stellvertreter Eberhard Rademacher, Oliver Röck als Kassier und einem erfahrenen Ausschuss.

Als letzte Amtshandlung ließ es sich der scheidende Vorsitzende Stefan Bader nicht nehmen, zahlreiche TuS-Leichtathleten für ihre Erfolge im Jahr 2016 auszuzeichnen. Fast 2000 Euro an Prämien konnte der Förderverein dafür zur Verfügung stellen.