Nach der Schließung des Restaurants „Reblaus“ zum Ende des vergangenen Jahres war die Marktkelter restlos leer. Zuvor schlossen, zeitlich auf mehrere Jahre verteilt, Feinkostläden (Käsehändler, Metzger, Spezialitätengeschäft), danach folgte das für seine Longdrinks bekannte Los Mochitos, auch die Eisdiele verließ diesen Standort und schließlich machten die Reblaus-Betreiber das Licht aus. So düster die Aussichten zunächst erschienen: Inzwischen scheint wieder die Gastronomie-Sonne über dem Gebäude aufzugehen. Bereits in den kommenden Wochen wird ein neuer Pächter einziehen, der die gesamte Fläche des Erdgeschosses einbezieht und neues Leben in diesen Teil der Stadt bringt. Cocktails soll es dort geben, zudem die Möglichkeit ein Frühstück einzunehmen oder ein Eis zu schlotzen.

Im ehemaligen Fischgeschäft Brunner sind bereits Handwerker dabei, den Laden neu einzurichten. Dort wird demnächst ein italienischer Feinkosthändler einziehen, der früher in der Reutlinger Markthalle seine Waren feilgeboten hat. „Der wird in den kommenden 14 Tagen aufmachen“, sagt Jochen Krohmer, der bei der Stadt den Geschäftsbereich Wirtschaft unter sich hat. Und auch Fisch wird es in Metzingen weiterhin zu kaufen geben, sagt Krohmer, nicht nur bei Metzgern und in Supermärkten: Brunner geht mit einem Verkaufswagen ans Kaufland. Zudem bereichert ein Fischhändler aus Laichingen mittwochs und samstags den Wochenmarkt auf dem Kelternplatz. Das, so Krohmer, wird so lange funktionieren, so lange die Händler mit den Umsätzen zufrieden sind. Genau das ist oftmals nicht der Fall, wenn Läden geschlossen werden. Die Gründe, so Krohmer, sind mannigfaltig. Die Stadt dafür verantwortlich zu machen, ist aus seiner Sicht allerdings falsch. Wer sich im Märklin-Laden beraten lässt, seine H0-Lokomotive dann aber doch im Internet bestellt, weil sie dort ein paar Euro billiger ist, sollte nicht das große Wehklagen anstimmen, wenn das Geschäft schließt.

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