Metzingen Neue Häuser hier, 22 Wohnungen dort

Metzingen / Regine Lotterer 08.12.2018

Jeder soll in Metzingen ein passendes Dach über dem Kopf finden können. Dieses Ziel haben die Stadtoberen schon vor geraumer Zeit ausgegeben, verbunden mit dem Bekenntnis, entsprechende Projekte schnell auf den Weg bringen zu wollen. Dem Wunsch Taten folgen zu lassen, ist indessen mühseliger als zunächst gedacht, wie Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler am Donnerstag erläuterte, als er den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft im Gemeinderat vorstellte. „Es ist sehr schwierig und langwierig, zu einem Erfolg zu kommen“, betonte Fiedler. Schuld daran sei nicht zuletzt das eng sitzende rechtliche Korsett, in das die Stadt eingebunden ist.

Nachdem es aber gelungen sei, in diesem Jahr eine Menge Vorarbeit zu leisten, würden 2019 die ersten Projekte umgesetzt: „Wir können zeitnah auf der Baustelle sein.“ Im Neugreuth gehe es ebenso voran wie in der Fliederstraße. Dort besitzt die Stadt ein 1650 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem etwa 22 Wohnungen entstehen sollen, die bezahlbar und förderfähig sind. Nach derzeitigem Plan soll Mitte 2020 mit dem Bau begonnen werden, sodass die ersten Mieter Ende 2021 einziehen könnten.

Externer Berater

Erstellen soll die Wohnungen an der Fliederstraße ein Investor, der den Zuschlag nach einem vorgeschalteten Wettbewerb erhält. Der Investor bebaut das Grundstück und vermietet das Gebäude. Das gewählte Verfahren eröffnet der Stadt Mitspracherechte bei Miethöhe und Belegung der Wohnungen. Damit betritt die Stadt, auch auf Wunsch aus dem Gemeinderat, Neuland, wie der OB ausführte. Zweck des Verfahrens sei es, möglichst schnell bauen zu können. Weil die Metzinger aber bislang keine Erfahrungen mit Investorenwettbewerben sammeln konnten, holt sich die Stadt einen externen Berater mit ins Boot, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Die Verwaltung schätzt, dass für den gesamten Wettbewerb etwa 250 000 Euro anfallen. Die aus diesem Verfahren gewonnenen Erkenntnisse, so OB Fiedler, stünden der Stadt dann bei allen weiteren Vorhaben zur Verfügung. Mithin profitiere sie längerfristig von dem hier investierten Geld. Gleichwohl äußerte die CDU-Fraktion Bedenken. Angesichts der veranschlagten 250 000 Euro habe seine Fraktion zunächst drei Mal kräftig schlucken müssen, sagte Eckart Ruopp. „Das Geld ist schon vor dem ersten Spatenstich weg.“ Die Frage sei, ob sich das Areal an der Fliederstraße überhaupt für solch ein Verfahren eigne. Im Neugreuth würden zwar die gleichen Wettbewerbskosten anfallen, dafür könnten dort mehr Wohnungen realisiert werden, gab Ruopp zu bedenken.

Susanne Bernauer (Grüne) sieht die Fliederstraße dagegen als guten Standort, um einen Investorenwettbewerb zu realisieren. „Es ist richtig, das jetzt auszuprobieren.“ Das sieht auch Peter Reiff (FDP) so: „Das ist eine schnelle Lösung, wir müssen irgendwann zu Potte kommen.“ Dominik Ohly (CDU) sähe es lieber, wenn die Stadt in Eigenregie bauen würde. „Wenn ein Investor denkt, dass es rentabel ist, könnten wir uns das auch überlegen.“ Falls die Stadt Wohnungen baue, müsse sie diese auch verwalten, entgegnete der OB. „Das ist eine Belastung.“

Schlussendlich segnete der Gemeinderat den Investorenwettbewerb für die Fliederstraße sowie die Rechtsberatung bei zwei Enthaltungen ab.

Jakobstraße Nord

Ebenfalls auf den Weg gebracht haben die Stadträte einen Bebauungsplan für das Gebiet „Jakob­straße Nord“. Der Entwurf wird nun für einen Monat öffentlich ausgelegt, sodass Behörden und Bürger Stellungnahmen abgeben können. Ziel des Verfahrens ist es, das etwa 0,3 Hektar große Plangebiet geordnet zu entwickeln, wie es Konrad Berger, der Leiter des Geschäftsbereich Planen und Bauen bei der Stadtverwaltung, im Gemeinderat erläuterte. Externe Hilfe für diese Aufgabe hat sich die Stadt  von der Pfullinger Firma Cityplan geholt. Die Firma empfahl, neue Gebäude maximal zehn Meter hoch zu bauen. Das erlaube, drei Vollgeschosse mit Flachdach zu errichten. „Damit kann man einiges an Wohnraum schaffen“, sagte Albrecht Reuß, der geschäftsführende Gesellschafter von Cityplan. Diese Bauweise erlaube zudem einen fließenden Übergang zwischen der traditionellen Bebauung in Richtung Altstadt und den moderneren Gebäuden auf dem ehemaligen Leibfarth-Areal.

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