Bad Urach / Alexander Thomys

Schmunzelnd schritt Römersteins Bürgermeister Matthias Winter mit den anderen am Bau beteiligten zum Spatenstich des Neubaus für die Diakoniestation Oberes Ermstal/Alb in Bad Urach. Schmunzelnd deswegen, weil der Bau längst „in größeren Dimensionen angestochen“ sei, wie Winter angesichts des Baufortschrittes auf der Baustelle in der Mühlstraße zugeben musste. Winter, als Vorsitzender der Gesellschafter der Diakoniestation, sah den Baufortschritt freilich positiv. Schließlich wird damit ein wesentlicher Baustein für die Zukunft der Diakoniestation gesetzt. „Hier entsteht etwas Gutes“, zeigte sich Winter überzeugt. „Wir haben ein ambitioniertes Projekt vor uns.“ Rund zwei Millionen Euro investieren die Gesellschafter, die evangelischen Kirchengemeinden Bad Urach und Dettingen, die Gemeinde Römerstein und die Bruderhaus-Diakonie, in den Neubau.

Die Verwaltung der Diakoniestation, die Geschäftsführung und die Pflegedienstleitung sollen in dem Neubau adäquat untergebracht werden. Auch ein Café wird es geben. Dafür musste eine alte Villa aus den 1930er Jahren weichen. Dort war die Diakoniestation bereits untergebracht gewesen, die Räumlichkeiten waren aber begrenzt. Nun sollen 3160 Kubikmeter umbauter Raum in einem modernen Neubau geschaffen werden, erklärte Architekt Ralf Straub. Rund 450 Kubikmeter Beton müssten dafür verbaut werden, ergänzte der Architekt: „Das entspricht etwa 75 Betonmischern.“ Das Gebäude wird barrierefrei und soll modernsten energetischen Standards genügen.

Zugleich wird ein neues Angebot ermöglicht, denn in dem Neubau sollen auch 13 Plätze im Bereich der Tagespflege geschaffen werden. „Ein solches Angebot gibt es in Bad Urach bislang noch nicht“, unterstrich Marc Böhringer, Regionalleiter Altenhilfe bei der Bruderhaus-Diakonie. Insbesondere pflegende Angehörige könnten damit entlastet und die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf verbessert werden. Die Bruderhaus-Diakonie ermöglichte der Diakoniestation durch einen Erbpachtvertrag den Neubau in der Mühlstraße, direkt am Seniorenzentrum Herzog Christoph.

Geschäftsführerin Christine Krohmer von der Diakoniestation freute sich: „Das Großprojekt nimmt weiter Fahrt auf.“ Schon im November sei die Diakoniestation in ein Provisorium umgezogen, seit ihrer Gründung im Jahr 2000 habe sich die Einrichtung stetig weiterentwickelt – und sei Räumlich an ihre Grenzen gestoßen. „Wir sind die zentrale Anlaufstelle für alle Pflegefragen“, betonte Krohmer.

Bad Urachs Bürgermeister Elmar Rebmann freute sich über die Investition am Standort Bad Urach: „Die Stadt Bad Urach ist zwar nicht Gesellschafter, aber wir profitieren in hohem Maße von der professionellen Arbeit der Diakoniestation.“ Der Neubau soll im Juni 2020 bezogen werden.