Biotop Naturschützer bei der Gehölzpflege

Baumäste und die Heckenzweige wurden aufgehäuft zum Häckseln durch den städtischen Bauhof für die Hackschnitzel-Heizung.
Baumäste und die Heckenzweige wurden aufgehäuft zum Häckseln durch den städtischen Bauhof für die Hackschnitzel-Heizung. © Foto: Prtivat
Metzingen / swp 24.01.2019

Einen kräftigen Impuls hat das Bächlein mit seinem Uferbereich im tiefen Geländeeinschnitt des Nabu-Schutzgebiets „Steuchenteich“, ein flächenhaftes, kartiertes Naturdenkmal, durch den umfangreichen Gehölzpflegeeinsatz bekommen. Schnee und Regen ließen es bereits putzmunter werden. Und wie wird sich erst die erwachende Frühlingsnatur im Gewässer und drum herum erfreuen. Dann kommt ein feuriges Tier, der schwarz-gelbe Feuersalamander, aus seinem Wurzelversteck. Auch Laub und Äste braucht er, um sich zu verstecken.

Auch wenn die vielen fleißigen Naturschützer, insbesondere die drei mit der Motorsäge, Rolf Frey, Torsten Heinzenröder mit Detlef Schollmeier vorne dran, Tabula rasa in diesem Gewässerrandstreifen gemacht haben, all diese abgestorbenen Teile wird es weiterhin en masse geben. Die Schwarzerle mag nun mal ein feuchtes Plätzchen, und sie gedeiht hier kräftig und mächtig. Und sie darf es weiterhin, nur nicht in zu großer Zahl. Sie lebt in Symbiose mit Bakterien, die den Stickstoff der Luft binden, und schafft das Erdreich, das die Brennnessel mag. Sie ist  im Sommer als Nahrungspflanze unabdingbar für die Raupe vom Tagpfauenauge.

Und jetzt in der kalten Jahreszeit schwärmen im Geäst kleine, gelbgrüne Finkenvögel, der Erlenzeisig. Sie finden Nahrung im zapfenförmigen Fruchtstand mit seinem Nüsschen innen drin.

Dem Gewässer selbst ist allerdings ein Zuviel an Nährstoffen durch das verrottende Laub und dem geminderten Durchfluss nicht gerade bekömmlich. Der Heckensaum entlang des Bewirtschaftungsweges erhielt ebenfalls einen Pflegeschnitt. Nun kann auch in diesen Biotopbereich die Sonne und das Licht bis auf den Boden strahlen und die Luft zirkulieren. Wird dann im flachen mäandernden Ausflussbereich, bevor das Bächlein in den Tiefenbach mündet, das Bergmolch-Männchen, häufigste Molchart in unserer Region und „Lurch des Jahres 2019“, sein Samenpäckchen ablegen. Dazu wird er Duftstoffe ausscheiden, um das Weibchen zielgerichtet anzulocken. Und die goldgelben Sumpfdotterblumen werden sicherlich vermehrt aufblühen. Bei all dem Engagement war eine Arbeitsteilung möglich. Ein Teil der Hochstamm-Apfelbäume erhielt den fachgerechten Schnitt. Letztlich wurden noch die Gehölzreste des letzten Pflegeeinsatzes auf der landwirtschaftlich bewirtschafteten „Schafbuckelwiese“ abgerecht.

Lurch des Jahres

Der besonders geschützte Bergmolch wurde von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde zum „Lurch des Jahres 2019“ ausgerufen. Er gilt als stark gefährdet. Ein Grund ist die Zerstörung und Beeinträchtigung von Kleingewässern. Der Nabu leistet in der Hinsicht mit seinem Pflegeeinsatz rund ums Biotop auf Steuchen wertvolle Dienste. Während der Paarungszeit sind die Männchen übrigens an ihrer blauen Rückenfärbung zu erkennen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel