Weihnachtsaktion Nach 250 000 Kilometern: Neuer Krankenwagen gesucht

Können im Krankentransportwagen nur gebückt stehen: Bereitschaftsleiter Manuel Störk, DRK-Vorstand Timo Herrmann und der stellvertretende Bereitschaftsleiter Bernd Feucht (von links).
Können im Krankentransportwagen nur gebückt stehen: Bereitschaftsleiter Manuel Störk, DRK-Vorstand Timo Herrmann und der stellvertretende Bereitschaftsleiter Bernd Feucht (von links). © Foto: Alexander Thomys
Alexander Thomys 23.12.2017

Ob von Reutlingen aus, von der Ermstalklinik in Bad Urach oder aus Münsingen: Bis der hauptamtliche Rettungsdienst im Notfall in den St. Johanner Teilorten eintrifft, dauert es einfach eine Weile. In diesem Moment sind sie Gold wert: Die Helfer vor Ort (HvO) des DRK-Ortsvereins St. Johann. Sie werden von der Leitstelle zusammen mit dem Rettungsdienst alarmiert, sind aber zumeist deutlich schneller vor Ort und können qualifizierte Erste Hilfe leisten.

„Die fünf Minuten, die wir in der Regel schneller am Einsatzort sind, können entscheidend sein“, weiß St. Johanns DRK-Bereitschaftsleiter Manuel Störk, der selbst zu den Ersthelfern gehört. Manchmal geht es dabei um Leben und Tod: Gerade bei einer Reanimation kommt es darauf an, die Blutzirkulation möglichst schnell in Gang zu bringen, um das Gehirn mit Sauerstoff zu versorgen. Deshalb haben die Ersthelfer neben den Notfallrucksäcken mit Erste-Hilfe-Material auch automatische elektrische Defibrillatoren (AED) dabei, um bei Kammerflimmern die lebensrettenden Elektroschocks auszulösen.

„Insgesamt haben wir acht aktive Helfer vor Ort“, berichtet DRK-Vorstand Timo Herrmann. „Sie wohnen in Upfingen, Lonsingen, Würtingen und Bleichstetten – damit können wir aber alle Ortsteile abdecken.“ Und nicht nur das: Wenn es in Sirchingen zu einem Notfall kommt, rücken die St. Johanner HvOler auch in den Bad Uracher Teilort aus. Einsätze gibt es übrigens viele. „Wir werden nahezu jeden dritten Tag alarmiert“, berichtet Störk. Die St. Johanner kommen durchschnittlich auf 110 bis 120 Einsätze im Jahr. Die beiden jeweils nächstgelegenen Helfer vor Ort rücken im Notfall, nach Absprache mit der Leitstelle, umgehend aus.

Die meisten sind mit ihren Privat-Pkws im Einsatz, einzig die Helfer aus Würtingen starten vom Kommo-Haus mit dem Krankentransportwagen (KTW) des DRK-Ortsvereins. Ob es dann nur eine kleine Blessur ist oder ein ernster Notfall: Fast immer versorgen die Würtinger Helfer vor Ort den Patienten in ihrem KTW, abgeschirmt von neugierigen Blicken können sie dort in Ruhe helfen, bis der Rettungsdienst übernimmt. Für die Helfer vor Ort ist der Einsatz dann oft noch nicht beendet: Denn während die hauptamtlichen Kräfte zurück in die Klinik eilen, kümmern sich die HvOler oft auch noch um die betroffenen Angehörigen, denen die bekannten Gesichter der Ersthelfer oft ebenfalls eine große Stütze sind.

Seit 15 Jahren im Einsatz

Doch zurück zum Krankentransportwagen, mit dem auch die insgesamt 25 Aktiven der DRK-Bereitschaft St. Johann bei Einsätzen unterwegs sind – wie etwa beim Großbrand auf dem Gestütshof, wo die Helfer des Roten Kreuzes die Feuerwehrleute medizinisch absicherten und verpflegten. „20 Stunden waren wir damals im Einsatz“, blickt Herrmann zurück. 15 Jahre alt ist der Krankentransportwagen inzwischen. Gekauft hatten ihn die St. Johanner als Gebrauchtfahrzeug, das zuvor im Regelrettungsdienst im Einsatz war. Kein Wunder also, dass das Fahrzeug inzwischen eine viertelmillion Kilometer abgespult hat.

„Der KTW wird immer reparaturanfälliger“, weiß Bereitschaftsleiter Störk. Und zeitgemäß ist das Fahrzeug auch nicht mehr: Im Ernstfall müssen sich die Helfer bücken, um ihren liegenden Patienten in dem engen und tiefen Fahrzeug zu versorgen. In einem modernen Rettungswagen ist das Platzangebot deutlich größer. Allerdings: Ein solches Einsatzfahrzeug kostet auch gebraucht mindestens 60 000 Euro. „Wir haben einige Rücklagen und hoffen auf einen Zuschuss der Gemeinde“, sagt DRK-Vorstand Herrmann. Auch der Kreisverband des Roten Kreuzes dürfte sich beteiligen. Und doch: Weitere Spenden sind dringend notwendig, um die Fahrzeugbeschaffung zu realisieren. Keine leichte Aufgabe für den Ortsverein, der sich vor allem durch Spenden finanziert. Hinzu kommen die Blutspendentermine, die Mitgliedsbeiträge, Sanitätsdienste und Altkleidersammlungen.

Da wird schnell klar: Die Finanzierung ist nicht leicht. Zumal das DRK auch die Schutzausrüstung der Aktiven finanzieren muss. Die Spendenaktion „Die gute Tat“ der SÜDWEST PRESSE kommt da wie gerufen – damit die Helfer auch in Zukunft wertvolle Minuten schneller helfen können.

Weihnachtsaktion „Die gute Tat“

Liebe Leser, Dank Ihrer Spenden konnten das Metzinger-Uracher-Volksblatt/Der Ermstalbote, die Reutlinger Nachrichten und der Alb Bote in den vergangenen Jahren viele soziale Projekte oder Einrichtungen in unserer Region unterstützen. Das WIM-Haus etwa, die Diakonische Bezirksstelle, das Ferientagheim in Metzingen, die Tafelläden in Metzingen, Bad Urach und Münsingen, die Matizzo-Stiftung sowie die Afrika-Hilfe des Kirchenbezirks Bad Urach/Münsingen konnten schon mit Ihren Spenden bedacht werden. Im Vorjahr war es der Kinderschutzbund.

In diesem Jahr ist das Deutsche Rote Kreuz mit seinen Ortsgruppen im Landkreis Reutlingen an der Reihe.

Spenden für die  Weihnachtsaktion „Die gute Tat“ richten Sie bitte an Georg Hauser GmbH & Co.KG unter dem Stichwort „Weihnachtsaktion“ an die Volksbank Metzingen-Bad Urach, IBAN: DE 03 6409 1200 0233 4340 03, oder an die Kreissparkasse Reutlingen, IBAN: DE 33 6405 0000 0000 900 5 40.

Eine Spendenbescheinigung wird nach Ende der Aktion ausgestellt. Dazu muss bei der Spende oder Überweisung unbedingt die vollständige Adresse des Spenders angegeben werden. Dies gilt auch für kleinere Spenden.