Benefizkonzert Musik als Klammer der Gemeinde

Akkordeonmusik im Gotteshaus? In der Böhringer St. Gallus-Kirche passte das gut zusammen.
Akkordeonmusik im Gotteshaus? In der Böhringer St. Gallus-Kirche passte das gut zusammen. © Foto: Kirsten Oechsner
Böhringen / Kirsten Oechsner 15.11.2017

Akkordeon und Kirche: Was nach landläufiger Meinung nicht unbedingt zusammenpasst, harmoniert indes perfekt. Das wurde beim Benefizkonzert des Akkordeon-Orchesters in der St. Gallus-Kirche am Samstag deutlich: „Es war herrlich, die Musik ist zu Herzen gegangen“, resümierte Pfarrer Albrecht Lächele.

Nicht nur zum Schunkeln

Mit seinem positiven Urteil stand er nicht alleine da: Rund 250 Besucher waren begeistert von einem rundum gelungenen Auftritt der 14 aktiven Musiker des Orchesters rund um Dirigent Igor Omelchuk. Selbst Akkordeonmusiker der Spitzenklasse, holt er aus seinen Orchester-Mitgliedern Höchstleistungen hervor.

Und gemeinsam stellten Dirigent und Musiker eines eindrucksvoll unter Beweis: Akkordeonmusik ist mehr als Schunkellieder und eine musikalische Untermalung geselliger Abende. Klassik und Musicals, aber auch Rock und Pop hat das Böhringer Akkordeonorchester im Schwäbischen Albverein längst im Repertoire: So erklang in der St- Galluskirche unter anderem die „Sinfonia alls Barocco“ von Ted Huggens, aber auch der „Queen“-Klassiker „Bohemian Rhapsody“ und „The Lord oft he dance“. Igor Omelchuk begeisterte als Solist mit „Romance“ von Franck Angelis, für Gänsehautmomente sorgte Pianistin Marie Müller mit ihrer Interpretation von „Der Winter“ aus Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“.

Auch die Kinder- und Jugendarbeit funktioniert, wie eindrucksvoll zu hören war: Das Jugendorchester unter Leitung von Betina Baum brillierte mit „Andante Cantibile“ von Josef Dieser und der „Suite elementaire“ von Alexander Jekic. Bewegend dann das Schlusslied, als beide Orchester sowie drei junge Melodicaspieler gemeinsam mit den Besuchern des Konzerts „Nun danket alle Gott“ spielten und sangen.

Den Pfarrer freut’s, dass das Zusammenspiel so gut funktioniert: „Die Gesamtgemeinde findet sich über die Musik“, erklärt er nach dem Konzert. „Es gibt keine Berührungsängste mehr für Musik in der Kirche“, unterstreicht er. „Auch im Gottesdienst ist das Schlagzeug längst angekommen.“ Am Samstag wurde es von Matthias Wurst gespielt, weiterer Percussion-Gastmusiker war Joachim Schoepe. Den Besuchern wurde am Samstag Kultur geboten, die laut Pfarrer Lächele „ins Dorf passt“.

Spenden für Eritrea

Und gemeinsam haben Musiker und Zuschauer auch noch Gutes getan: Der Erlös des Benefizkonzerts kommt der Organisation „Archemed – Ärzte für Kinder in Not in Eritrea“ zu (wir berichteten). Die Böhringer Kinderkrankenschwester Beate Müller hält sich gerade für einen Hilfseinsatz in der Hauptstadt Asmara auf, die dortige Entbindungs- und Babystation kann sich über ausreichend Spendengelder aus Böhringen freuen.