Die Corpsversammlung am vergangenen Samstag stand ganz im Zeichen eines Generationenwechsels. Oberbrandmeister und Kommandant Reiner Rehm ging nach 20 Jahren auf der Kommandobrücke von Bord. Andreas Müller wurde einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt.

1994 wurde Reiner Rehm erstmals zum Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Grabenstetten gewählt. Ein Hauch von Wehmut lag daher über der Corpsversammlung, als Rehm seine langjährige Amtszeit nochmals Revue passieren ließ. "Ich habe den Job als Kommandant immer gerne gemacht, nach dem Motto: Nach schwarzen Wolken am Feuerwehrhimmel kommt auch wieder mal Sonnenschein", sagte der scheidende Kommandant. "Eines ist aber sicher, nicht anders als in einem guten Betrieb: Kommandant und Feuerwehrkameraden müssen gemeinsam an einem Strang ziehen, um geradeaus zu steuern und nicht abzudriften." Der 59-jährige Rehm appellierte an seine Kameraden, seinem Nachfolger dasselbe Vertrauen wie ihm entgegenzubringen, um gemeinsam die Schlagkraft der Feuerwehr auch künftig zu erhalten.

Bei der anschließenden Wahl wurde der 37-jährige Andreas Müller einstimmig zum neuen Feuerwehrkommandanten gewählt. Müller kam 1997 als 20-jähriger Anwärter zur Feuerwehr. Er war kurze Zeit stellvertretender Jugendfeuerwehrwart und ist seit über zehn Jahren Gruppenführer und Löschmeister.

Kreisbrandmeister Wolfram Auch dankte Reiner Rehm für sein langjähriges Engagement und lobte die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Er freute sich über den gelungenen Generationenwechsel.

Bürgermeister Harald Steidl gratulierte Müller ebenfalls zur Wahl und hieß ihn an seinem neuen Wirkungsort willkommen. Er dankte Rehm für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Rehm habe das Schiff Feuerwehr mit ruhiger Hand zum Wohle der gesamten Einwohnerschaft gesteuert.

Ein ruhiges, aber kein langweiliges Jahr 2013 liegt hinter der Freiwilligen Feuerwehr Grabenstetten. In seinem letzten Rechenschaftsbericht erinnerte Kommandant Reiner Rehm an zwei Einsätze. Der spektakulärste war dabei der Einsatz im Pumpwerk Enge des Zweckverbandes Wasserversorgung Vordere Alb im Seeburger Tal beim Hochwasser Anfang Juni 2013. Ohne das gemeinsame, beherzte und rechtzeitige Eingreifen der Feuerwehren wäre die dortige Quellfassung buchstäblich abgesoffen. Eine verheerende Verschmutzung des Trinkwassers und damit der Totalausfall der Wasserversorgung für die Albgemeinden Römerstein, Grabenstetten und Erkenbrechtsweiler wäre die Folge gewesen. Ein Überfluten der Quelle musste daher unbedingt verhindert werden.

Mehrere Tage und Nächte waren die Wehren aus Römerstein, Grabenstetten und Laichingen im Einsatz, um der Wassermassen Herr zu werden. Nach dieser Erstversorgung übernahm das Technische Hilfswerk aus Rottenburg mit einer installierten Riesenpumpe die Einsatzstelle. Zudem wurde mit Hilfe einer Baufirma der Überlauf der Quelle vergrößert, was für eine weitere Entspannung der brenzligen Lage sorgte.

Aktuell besteht die aktive Grabenstetter Wehr aus 35 Feuerwehrleuten in vier Gruppen mit neun ausgebildeten Gruppenführern. Elf Jugendliche sind in der Jugendfeuerwehr aktiv. Der Altersabteilung gehören zwei Feuerwehrleute an.

In seinem Rechenschaftsbericht ließ Kommandant Reiner Rehm die zahlreichen Übungsabende Revue passieren. Besonders erwähnte er dabei die Nachtalarmübung zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Böhringen. Das Szenario: Brand in der Rulamanschule Grabenstetten und Rettung von 20 Grundschulkindern.

Zu feiern gab es in der Falkensteinhalle am 16. November 2013 das 25-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr. Daran erinnerte Jugendwart Stefan Dechert in seinem Bericht. Schriftführer Rolf Binsch gab einen Ausblick auf das Feuerwehrjahr 2014 mit traditionellem Fußballturnier im März, Maibaumhock und Kandelfest.

In seinem Grußwort ging Bürgermeister Harald Steidl auf den Auftrag der Feuerwehr ein, das Hab und Gut der Bürger vor Schaden zu schützen. Sowohl eine gute technische Ausstattung und eine fundierte Ausbildung als auch der Teamgeist und eine ausgeprägte kameradschaftliche Zusammenarbeit innerhalb der Feuerwehr bildeten die Voraussetzungen hierfür. Die Gemeinde wisse, was sie an ihrer Freiwilligen Feuerwehr habe, und das werde auch im Haushaltsplan sichtbar.

Feierlich per Handschlag nahm Rehm Uwe Heß und Dominik Götz zu Feuerwehr-Anwärtern auf Probe in die aktive Wehr auf. Beide waren bislang in der Jugendfeuerwehr aktiv. Für zusammen 80 Jahre pflichtgetreuen Feuerwehrdienst, das heißt für jeweils 40 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit, wurden Brandmeister Rolf Binsch und Löschmeister Helmut Länge vom Land Baden-Württemberg mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold geehrt.