Bernd Schwenkschuster ist eher ein Typ der gelassenen Sorte. Schlaflose Nächte, nur weil bald ein großes Hindernis-Rennen ansteht, kennt er nicht. „Was soll passieren“, fragt er schmunzelnd? Wohlwissend, dass sich vielleicht ein Teilnehmer bei dem Rennen einen Knochen brechen könnte, im Schlamm stecken bleibt oder an der Laufstrecke scheitert. „Darauf sind wir bestens vorbereitet.“

MudMates Metzingen 2019 Die Hindernisse im Überblick

Metzingen

Schwenkschuster ist Pastor der Evangelisch-Methodistischen Kirchengemeinde in Metzingen. Diese organisiert für den Samstag, 21. September, „Mudmates“, einen Lauf über 11,3 Kilometer mit Start und Ziel auf dem Metzinger Festplatz am Bongertwasen. Der Kniff an der Sache: Auf der Strecke müssen alle Teilnehmer, die ausschließlich in Viererteams unterwegs sind, 16 Hindernisse überwinden, die es in sich haben.

16 Hindernisse warten

Gleich nach dem Start geht es über einen Berg von Paletten, „zum Warmwerden“. Danach kommt eine vier Meter hohe Doppelwelle, die aus einer alten Halfpipe besteht. „Die haben wir in Hannover gefunden, dort zerlegt und bei uns wieder etwas verändert zusammengeschweißt“, lässt Schwenkschuster den Aufwand erahnen, der hinter der gesamten Veranstaltung steckt. An Station drei geht’s es dann ins Wasser, ehe ein Hindernis später die Fahrt an einer Seilbahn hängend in einem großen Matschloch endet. Nach einer kurzen Strecke zum Luftsportverein wartet dort das Bierfassrollen, „eine lustige Koordinationsübung“. Am Skaterpark wird es lustig, wenn zu viert auf großen Hüpfbällen ein Parcours absolviert werden muss. Anschließend wird über verschiedene Slacklines balanciert, ehe man sich wieder über einen großen Pool hangeln muss. Wer’s nicht schafft, wird nass.

Dann wird erstmal ein Stück gelaufen bis zum Steuchenhäusle des CVJM Neuhausen. Dort muss das Viererteam gemeinsam in einem großen Beutel Sack hüpfen, ehe ein großer Kletterturm zu bewältigen ist. An diesem wird es verschiedene Schwierigkeitsstufen geben, die für jeden frei wählbar sind.

Unterhalb des Stausees erwischt es dann auch den letzten Saubermann – eine Rutschpartie von einem zu erklimmenden Gerüstturm endet unweigerlich in einer Schlammkuhle. Zur körperlichen Ertüchtigung geht es dann den Stauseedamm seitlich hoch, von oben läuft man durch den Wald zurück zum Otto-Dipper-Stadion. Hier warten nochmals Betonwände und ein liegender Kamin, vollgepumpt mit Schaum, auf die dann schon erschöpften Läuferinnen und Läufer. Zur Reinigung wird dann ein Pool auf Schläuchen aus Lkw-Reifen überwunden, ehe noch eine „Regenstation“ ansteht. Zum Abschluss führt der Weg über den schon zu Beginn bewerkstelligten Palettenberg ins Ziel.

Zeitversetzte Startzeiten

Die Teams werden in Wellen von drei Minuten auf die Strecke geschickt, damit es zu möglichst wenig Staus an den Hindernissen kommt. Bislang haben sich 1100 Sportler angemeldet, Schwenkschuster rechnet am Veranstaltungswochenende mit 1500 bis 1600, „das reicht uns auch fürs erste Jahr“.´Verpflegt werden die Teilnehmer an drei Stationen an der Strecke, auf dem Bongertwasen stehen im Anschluss viele kulinarische Leckerbissen für alle zur Verfügung.

70 Personen in der Organisation

Wie er all das so erzählt, bleibt Bernd Schwenkschuster wie erwähnt ganz gechillt. „Wir sind in der Organisation ein Team von 70 Personen mit vielen Kompetenzen und Fähigkeiten. Ich sehe uns sehr gut aufgestellt“, sagt er. Manche käme sogar auf ihn zu mit dem Satz, er könne stolz sein auf das, was er da mit seinen Mitstreitern  geschaffen habe. „Ob Stolz das richtige Wort ist, weiß ich nicht. Wir wollten etwas für die Menschen in Metzingen auf die Beine stellen, alle sollen einen Mehrwert davon haben. Das scheint uns bislang zu gelingen. Wenn die Menschen das registrieren, dann haben wir unser Ziel erreicht“, so Schwenkschuster. „Das, was wir nicht können, haben wir an Partner und Dienstleister vergeben.“

Viele Vereine mit an Bord

Dazu zählen neben den Sponsoren auch etliche Metzinger Vereine: Luftsportverein, Pfadfinder, TuS, CVJM Metzingen und Neuhausen, DRK, DLRG und Bergwacht fallen Schwenkschuster da spontan ein. Geradezu unglaublich seien die Netzwerke, die zwischen den Institutionen seit Projektbeginn vor fast zwei Jahren entstanden seien.

Bleibt die Frage nach dem Wetter, die ja auch bei einer anderen Metzinger Laufveranstaltung häufig gestellt wird. „Ich wünsche mir Regen von Montag bis Freitag, damit wir ordentlich Matsch bekommen. Am Lauf selbst darf es dann aber gerne auch trocken sein“, wünscht sich Schwenkschuster.

Das könnte dich auch interessieren:

Kleinkind allein mit Cityroller durch Riederich Anwohner findet den Dreijährigen weinend vor seiner Haustür

Riederich

Das Rahmenprogramm: Kinderlauf und Afterrun-Party


Die Pfadfinder Metzingen organisieren parallel zum Lauf der Erwachsenen einen Kinderlauf, den Muddy-Kids-Cup. Er führt über insgesamt 1100 Meter vom Ferientagheim zum Zeltplatz der Pfadfinder. Anmeldungen sind am Veranstaltungstag, also am 21. September, direkt vor Ort von 9 bis 15 Uhr möglich. Startberechtigt sind Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren. Auf sie warten kindgerechte Hindernisse.

Alle Mudracer erhalten einen Rabatt am Eingang zur Afterrun-Party, die am 21. September in der Motorworld Metzingen steigt. Foodtrucks werden dort schon ab 17 Uhr für die Verköstigung sorgen, ab 21 Uhr geht es dann mit DJs auf den verschiedenen Tanzflächen weiter.

Anmeldungen und alle Informationen zum Lauf gibt es im Internet unter www.mudmates.de zum Abruf. Am Start stehen Vierer-Teams, anmelden kann man sich aber auch als Einzelstarter (oder zu zweit oder zu dritt). Aus den „zu kleinen Gruppen“ werden dann Viererteams gebildet.