Reutligen MOZ-à-RT (2): Dreckspatz

Reutligen / OTTO PAUL BURKHARDT 05.09.2013
Ein bisschen Namenskunde gefällig? „Mozart soll ein Schwabe werden“ – darum ging’s in der ersten Folge unserer Serie „Moz-a-RT“ zum Mozartfest. Heute betreiben wir etwas Namensforschung.

Und nein, mit „zart“ hat der Name Mozart nichts zu tun – so schade das auch viele finden werden. Die Augsburger Vorfahren hießen Motzhart, „hart“ ist eine germanische Verstärkungssilbe: „Eberhart“ meint also „stark wie ein Eber“. Aber was ist mit „Motz“? Zwei Theorien gibt es. Die ältere, heroisierende Hypothese geht von „Muot“ aus, was dem heutigen Wort „Mut“ entspräche. Die jüngere Forschung erkennt in „Motz“ eher ein schwäbisches Dialektwort für „Schmutz“ oder „Sumpf“. „Motzhart“ würde demnach so viel wie „Schmutzfink“ oder „Dreckspatz“ bedeuten. Mozart selbst neigte bekanntlich zu sehr deftiger Sprache („vom Dreck, scheissen, und arschlecken“) – die zweite Theorie hätte ihm wohl gut gefallen.