Themen in diesem Artikel

Mobilfunk
Neckartenzlingen / SWP  Uhr
Die Gesundheitsgefahren durch den stetig wachsenden Mobilfunk werden nach Auffassung des Freiburger Arztes Dr. Wolf Bergmann permanent unterschätzt. Der Fachmann sprach jetzt in Neckartenzlingen.

Die künstlichen technischen Frequenzen des Mobilfunks lägen genau im Frequenzbereich der natürlichen biologischen Regelkreise von Mensch, Tier und Pflanzen, so Bergmann. Durch Resonanz und Ankopplung wirkten die technischen Signale ständig auf die natürlichen, elektromagnetischen Schwingungen in einem Lebewesen ein. Dies versetze Organismen in eine Stresssituation, erzeuge einen Mangel an Zellenergie, schädige die natürlichen Reparaturmechanismen und führe zu Rhythmus-Störungen etwa bei Hirn- und Herzströmen, sagte der Arzt.

Der 69-Jährige hatte seinen Vortrag unter das Motto gestellt "Der Mobilfunk trifft das Leben im Kern". Eingeladen hatten ihn die Schulen des Schulzentrums Neckartenzlingen und eine Elterninitiative. Rund 100 Zuhörer - Eltern und auch viele Schüler - hörten bis zum Ende gebannt zu. Bergmann forderte die Politik auf, endlich dafür zu sorgen, dass Menschen wenigstens in ihrer eigenen Wohnung vor der Mobilfunkstrahlung besser als bisher geschützt werden. "Wir müssen die Unverletzlichkeit der Wohnung auch in diesem Bereich durchsetzen", betonte er. Technisch wäre das nach seiner Meinung leicht möglich, wenn man die Sendeleistung der Mobilfunksender auf "Outdoor-Niveau" senken würde. Wer innerhalb des eigenen Hauses mit dem Handy telefonieren wolle, könne sich leicht einen eigenen kleinen Verstärker zulegen. Es müsse aber endlich aufhören, dass jeder durch die in Deutschland erlaubten hohen Grenzwerte durch Mobilfunk in seiner Gesundheit bedroht werde, sagte er bei der Informationsveranstaltung

Für Dr. Bergmann gibt es eindeutige Hinweise auf Gesundheitsschäden durch Mobilfunk. So habe es in den letzten 20 Jahren, seit der flächendeckenden Einführung der neuen Technik, "einen dramatischen Anstieg zum Beispiel von kindlichen Schlaganfällen, von Alzheimerartigen Erkrankungen, von Hirntumoren, Aufmerksamkeitsstörungen und eine deutliche Abnahme der Fortpflanzungsfähigkeit" gegeben. Auch das Vogel- und Bienensterben sowie auffallende Schäden an Bäumen in der Nähe von Mobilfunkmasten könnten durch die Schädigung der natürlichen, biologischen Regelkreise erklärt werden. Als Rat an seine Zuhörer gab Dr. Bergmann die Devise aus: "Die Strahlenbelastung so weit wie möglich vermindern!" Handys sollten in Bussen und in Zügen ganz ausgeschaltet werden, weil sich jedes Handy - ob benutzt oder im Wartezustand - während einer Fahrt ständig nach dem jeweils nächsten Sendemasten orientiere. Je geschlossener der Raum, in dem es liege, desto stärker seien auch die Strahlen die es zur Orientierung aussende. Er forderte deshalb auch ein Verbot von Handys in öffentlichen Verkehrsmitteln, wie es auch schon in anderen Ländern ausgesprochen ist.