Zwiefalten Mitarbeiter fordern: "PEPP muss weg"

Zwiefalten / EB 03.12.2015
Vertreter verschiedenster psychiatrischer Einrichtungen und Interessensverbände haben in Berlin protestiert. Ihre Forderung: "PEPP muss weg."

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), die Gewerkschaft ver.di, das ZfP Südwürttemberg und viele weitere psychiatrische Einrichtungen aus ganz Deutschland haben in Berlin gegen das Entgeltsystem PEPP demonstriert. Mit einem Protestmarsch sowie einer Kundgebung vor den Türen des Bundesgesundheitsministeriums übten die mehr als 500 Vertreterinnen und Vertreter scharfe Kritik.

"PEPP stoppen" - dazu riefen zahlreiche engagierte Pflegekräfte, Psychiater, Gewerkschaftsvertreter sowie Betroffene und Interessierte demonstrierten mit diesem Protestmarsch durch Berlin auf. Das Entgeltsystems PEPP bringe zu viele Nachteile, vor allem eine schlechtere Versorgungsqualität für psychisch kranke Menschen sowie eine höhere Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter in psychiatrischer Kliniken. "PEPP muss weg", lautete die deutliche Botschaft.

Das ZfP Südwürttemberg, darunter auch viele Mitarbeiter aus Zwiefalten, war bei der Demonstration stark vertreten. Für das ZfP hätte das Entgeltsystem PEPP gravierende Folgen. Das Sozial- und Gesundheitsunternehmen hat in der Region in den vergangenen Jahren die gemeindenahe Versorgung massiv weiterentwickelt und zahlreiche Angebote in Wohnortnähe eingerichtet. "Ambulant vor stationär ist seit Jahren unser oberstes Ziel und ein wichtiges Qualitätsmerkmal in der bedarfsorientierten Versorgung psychisch kranker Menschen. Da die ambulante Behandlung im neuen Entgeltsystem PEPP aber nicht abgebildet ist, könnten wir dieses Angebot nicht länger aufrecht erhalten", fasst ZfP-Geschäftsführer Dr. Dieter Grupp einen der wichtigsten Kritikpunkte zusammen. Das ZfP Südwürttemberg weiß sich in seinem Standpunkt mit allen Fachverbänden in Deutschland einig. Auch die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) kritisierte beim diesjährigen DGPPN-Kongress, dem größten Psychiatriekongress im deutschsprachigen Raum, das neue Entgeltsystem.