Einmal im Jahr sind die Altpietisten dem Himmel ein Stück näher, denn sie wandern auf den Jusi. Dort feiern sie Gottesdienst mit dem Posaunenchor und hören nachmittags Impulsreferate zum Glauben für das tägliche Leben.

Wer mag, bleibt zum gemeinsamen Picknick oben, andere kommen erst dann hinauf, so dass es einen stetigen Wechsel an Teilnehmern gibt, die sich immer sofort in die Gemeinschaft einfügen. Gastfreundschaft wird ganz im biblischen Sinne gelebt.

Einer gibt vom Salat ab, der andere teilt mitgebrachten Kuchen mit zunächst Fremden. Am Aufräumen vor Verlassen des Platzes beteiligt sich jeder, nicht das kleinste Papier bleibt liegen, im Gegenteil, auch was andere vorher achtlos liegenlassen haben, wird entsorgt.

Mitmachaktionen für Kinder wie „das wandernde A“ machen Freude und können auch symbolisch für den Glauben gesehen werden: Jeder hat dabei eine besondere Aufgabe als Teil des Ganzen.

Das ist übrigens auch auf dem Weg schon so, dass Menschen einander die Last abnehmen, wenn der Rucksack zu schwer wird oder jemand ein kleine Stütze braucht, weil die Knie beim Abwärtsgehen vom Jusi ins Tal mit der Zeit doch etwas wacklig werden. Zwar gab es eine Regenwolke am Nachmittag, aber die ließen alle fröhlich vorüber ziehen. So, wie die Bäume bei Sonnenschein Schatten spenden, sind sie gleichzeitig schützendes Regendach, wenn es nicht gerade so blitzt, donnert und aus Eimern schüttet wie 2016.

Mit Impulsreferaten von Ulrich Scheffbuch und Jugendpfarrer Stefan Morgenthaler zu neuen Blickwinkeln auf biblische Geschichten gingen so mehrere hundert Menschen gestärkt zurück in den Alltag.

Altpietisten: Den Glauben verkünden


Die Altpietisten sind lutherisch geprägt. Sie sehen einen ihrer Schwerpunkte in der Glaubensverkündung, im allgemeinen Priestertum. Ehrenamtliche Laien beschäftigen sich gemeinsam mit der Bibel, wie Pfarrer Steffen Kern erklärte. Sie treffen sich zu Bibelstunden und beten außerhalb der Gottesdienste zusammen.