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Stuttgarter Straße
Metzingen / Regine Lotterer

Für Radfahrer hat sich in den vergangenen zehn Jahren einiges getan, sagt die Metzinger Stadtverwaltung. Dem Gemeinderat präsentierte sie vergangene Woche eine Bilanz, mit durchaus beeindruckenden Zahlen. Gerhard Linder, Fachbereichsleiter Straßenbau, verwies etwa auf 105 umgesetzte Vorhaben wie Radschutzstreifen, Haltegriffe an den Ampeln und bessere Abstellmöglichkeiten. Übergreifendes Ziel sei es gewesen, die Verkehrssicherheit für Radler zu erhöhen und Mängel zu beseitigen.

Radwegenetz soll folgen

Weitere Arbeiten am Radwegenetz sollen bald folgen, sagte Linder, vor allem entlang der Wilhelmstraße, der Stuttgarter Straße und am Lindenplatz. Er präsentierte außerdem Überlegungen für einen Radschnellweg zwischen Reutlingen und Bad Urach, derzeit liegt zu diesem Thema eine Machbarkeitsstudie des Landkreises aus dem Jahr 2018 auf dem Tisch. Demnach würde der Radschnellweg über den Bongertwasen am Stadtrand vorbeiführen. Der Schnellweg wäre allerdings an das vorhandene Radwegenetz der Kelternstadt angebunden. Für die Route durch Neuhausen gibt es im Augenblick noch zwei Varianten. Welche davon umgesetzt werde, wolle der Landkreis noch in diesem Jahr entscheiden, so Linder. Bis die Trasse tatsächlich Realität wird, betonte er, zögen aber noch einige Jahre ins Land.

„Die gefühlte und wahrnehmbare Sicherheit für Radler hat sich signifikant verbessert“, betonte auch Stadtrat Robert Schmid (FWV), selbst passionierter Radler. Die Schutzstreifen haben sich seiner Meinung nach bewährt, „ich bin dort jetzt selbstsicherer unterwegs.“ Als Radler, so Schmid, fühle er sich nun als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer: „Das war vor einigen Jahren noch nicht so.“

Für Radfahrer gibt es einige Verbesserungen. Etwa abschließbare Radboxen für hochwertige Pedelecs.

Allerdings ist das Schutzstreifen-Netz noch nicht optimal ausgebaut, wie Neuhausens Ortsvorseherin Lilli Reusch zu Bedenken gab. Wer vom Wasserschlössle aus nach Neuhausen fährt, der trifft jedenfalls recht unvermittelt auf einen Radschutzstreifen, was schon manchen Verkehrsteilnehmer verwirrt hat. Ob sich an der Stelle noch etwas tue, wollte Reusch von der Stadtverwaltung wissen. „Ja“, so Gerhard Linder. Vorgesehen sei, den Streifen zu verlängern, wenn die Bushaltestelle Hofbühl eingerichtet werde. Dann solle die Route nahtlos in die bestehenden Radwege münden.

Auch die kleinen Dinge

Vieles, von dem, was in den vergangenen Jahren umgesetzt wurde, ist in der so genannten Radverkehrskommission diskutiert worden. Entstanden ist sie 2010, ursprünglich gehörten ihr fünf Gemeinderäte, fünf Bürger und fünf Verwaltungsmitarbeiter an. Diese Kommission hat sich nach Ansicht der Verwaltung bewährt und soll deshalb weiter Bestand haben. Es sei jedoch sinnvoll, wenn sich Mitglieder aller Parteien beteiligten. Unterstützung für diesen Vorschlag kam etwa von Stadtrat Peter Reiff (FDP), der betonte, die Kommission kümmere sich nicht nur um die großen Fragen, sondern auch um die kleinen Dinge. Um die Strecke zwischen Metzingen und Eningen für Radfahrer kommoder zu gestalten, regte Reiff zudem an, Kontakt mit der Nachbargemeinde aufzunehmen. „Ich weiß, dass die Eninger da auch gerne was machen würden.“

Klaus Rümmelin (Grüne) wollte wissen, wo der Verwaltung Geld fehle, um weitere Projekte für den Ausbau des Radverkehrs umzusetzen: „Wir sollten mit der Entwicklung Schritt halten, geben Sie uns Input“, so Rümmelin. Er denkt dabei etwa an neue E-Bike-Ladestationen oder an weitere Abstellmöglichkeiten.

Peter Rogosch (FWV) betonte, eine der kommunalpolitischen Kernaufgaben sei es, die Verkehrssituation in Metzingen zu entschärfen. Aus diesem Grund habe der Gemeinderat auch Geld für einen „Masterplan Radverkehr“ in den Haushalt eingestellt. „Wie kommen wir da weiter?“, wollte er von der Verwaltung wissen.

Einen „Masterplan Radverkehr“ könne die Verwaltung in diesem Jahr aus Kapazitätsgründen nicht aufsetzen, betonte die Erste Bürgermeisterin Jacqueline Lohde. Sie schlug jedoch vor, das Thema Mobilität umfassender anzugehen und sich nicht nur auf die Radwege zu konzentrieren. „Wir sollten alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigen und eine Strategie für Metzingen entwickeln.“ Diesbezügliche Ideen, so Lohde, könnte die Stadt ab dem kommenden Jahr ausarbeiten und umsetzen.

Susanne Bernauer (Grüne) schwebt ähnliches vor, sie möchte den Blick nicht allein auf die Radler fokussieren: „Man muss die unterschiedlichen Interessen in der Stadt unter einen Hut bringen.“

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