Ermstal Mit kühlem Kopf gegen die Hitze

Ein Sprung ins kühle Nass ist eine Möglichkeit, sich zu erfrischen. Wer nicht die Chance auf ein Bad hat, für den gibt es viele andere Tipps, die den Alltag trotz Hitze erträglich gestalten.
Ein Sprung ins kühle Nass ist eine Möglichkeit, sich zu erfrischen. Wer nicht die Chance auf ein Bad hat, für den gibt es viele andere Tipps, die den Alltag trotz Hitze erträglich gestalten. © Foto: Thomas Kiehl
Ermstal / Luisa Scheurer 03.08.2018

Anfang der Woche kletterte das Thermometer im Ermstal ganz dicht ran an die 40-Grad-Marke, an diesem Wochenende soll es in ähnliche Regionen gehen. Einige freuen sich über diese sommerlichen Temperaturen, viele andere leiden allerdings in der Sonne. Mit ein paar Tipps lässt sich die Hitze allerdings erträglicher machen.

Um sich Zuhause oder am Arbeitsplatz abzukühlen, ist nicht unbedingt ein Ventilator oder eine Klimaanlage notwendig. Generell ist es sehr wichtig, dass genug und richtig getrunken wird. Über den Tag verteilt sollten es schon im Normalfall etwa zweieinhalb bis drei Liter Flüssigkeit sein, bei der Hitze sollten es sogar bis zu fünf Litern sein. Am besten eignen sich Mineralwasser oder Tees, aber auch gekühlte Obst- und Gemüsesäfte. Wichtig ist, dass eher in kleinen Portionen getrunken wird, da die vom Körper besser aufgenommen werden können.

Keine fettige Kost

Auch das richtige Essen spielt eine große Rolle: Man sollte sich vor allem auf leichte und nicht zu fettige Kost konzentrieren. Besonders gut eignen sich Früchte mit einem hohen Wassergehalt wie Melone oder Ananas. Auch Gemüse, Fisch oder mageres Fleisch ist für den Körper gut bekömmlich. Ansonsten kann man auch gern zu salzigen Lebensmitteln, wie beispielsweise Salzstangen greifen, da diese den Mineralstoffgehalt im Körper wieder aufbessern können.

Richtiges Lüften ist ebenfalls wichtig: Man sollte die etwas kühlere Morgenluft bis um etwa 8.30 Uhr dafür nutzen. Danach am besten Gardinen und Rollläden über den Mittag unten lassen, sodass die Hitze draußen bleibt. Gegen Abend können die Fenster wieder geöffnet werden, wenn sich die Luft etwas abgekühlt hat.

Die Klimaanlage ist in der Regel nicht das beste Mittel gegen die Hitze. Zum einen frisst sie viel Strom, ist deswegen auch nicht wirklich kostengünstig. Und zum anderen kann es zu Nackenverspannungen und Erkältungen kommen, wenn der Körper zu sehr auskühlt.

Wenn es sich vermeiden lässt, mit dem Auto zut Arbeit zu fahren, ist das Fahrrad eine gute Alternative. Im Auto speichert sich schnell Hitze, wenn es in der Sonne geparkt wird. Dabei kann es zu Temperaturen von bis zu 60 Grad kommen. Da ist der Fahrtwind beim Fahrradfahren deutlich angenehmer. Wichtig ist außerdem, dass keine Kleinkinder, Babys oder Tiere im Auto zurückgelassen werden.

Wärmflasche in Kühlschrank

Wenn man Zuhause bleiben kann und dort nach etwas Kühle sucht, kann eine Wärmeflasche für eine kleine Erfrischung umfunktioniert werden: einfach kühles Wasser einfüllen und dann für ein bis zwei Stunden in den Kühlschrank legen. Das kühlt den Körper etwas runter und erfrischt.

Viele Elektrogeräte, wie zum Beispiel der Fernseher, sondern selbst im Stand-by-Modus noch Wärme ab. Deswegen: bei allen überflüssigen Geräten vorübergehend einfach den Stecker ziehen.

Ansonsten gilt, sich gut mit Sonnencreme einzucremen, es wird mindestens Lichtschutzfaktor 15 empfohlen. Übelkeit, Schwindelgefühle und Benommenheit gelten nach Sonneneinwirkung als Zeichen für einen Hitzekollaps. Also in diesem Fall: ins Haus gehen, die Beine hochlegen, etwas trinken und eventuell etwas Salziges essen. Wenn die Symptome nach einer halben Stunde nicht verschwunden sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch das Deutsche Rote Kreuz warnt: „Ein Hitzeschlag kann lebensbedrohlich werden“, sagt DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin. Zur Vermeidung sollte man vor allem körperliche Anstrengung bei direkter Sonneneinstrahlung, wenn möglich, vermeiden. Außerdem empfiehlt das Rote Kreuz, eine Kopfbedeckung in der Sonne zu tragen und ausreichend zu trinken.

Wenn alles nichts hilft, kann man sich auch Tipps vom Experten holen. Einige Krankenkassen wie die Barmer haben wegen der Hitzewelle in der Region eine medizinische Hotline eingerichtet, bei der jeder Interessierte, egal wo er versichert ist, anrufen und sich informieren kann. Unter anderem gibt es dort vom Teledoktor Tipps, wie man sich am besten gegen die Hitze schützen kann. Auch informieren kann man sich dort, ob und wann man am besten bei der Hitze Sport machen kann und ob Kinder draußen bei der Hitze spielen können.

Man kann sich sogar Tipps holen, wie man bei Nacht besser schlafen kann, während es draußen immer noch tropisch warm ist. Eine Möglichkeit sei beispielsweise, ein nasses oder feuchtes Handtuch vor ein offenes Fenster zu hängen. Das wirke wie eine Klimaanlage und sorge für Abkühlung. Eine andere Alternative dazu wäre eine lauwarme Dusche vor dem zu Bett gehen. Dadurch öffnen sich die Poren und so kann die angestaute Hitze einen Weg aus dem Körper finden.

Andere Krankenkassen versorgen ihre Kunden mit Tipps zum Umgang mit der Hitze über das Internet. So solle beispielsweise auf Alkohol und Koffein verzichtet werden, da diese zusätzlich dem Körper Flüssigkeit entziehen würden. „Dann lieber zum Tee greifen, (...) zusammen mit frischer Minze gibt er dem Körper von Innen das Signal zum Abkühlen“ heißt es dort.

Mit diesen Tipps für eine erfrischende Abkühlung lassen sich die warmen Temperaturen und der Sommer gut weiter überstehen. Und wenn alles nichts hilft, ist vielleicht der erfrischende Ausflug zum Freibad eine gute Idee, um den Sommer weiter zu genießen.

Wie reagiert unser Körper auf Hitze?

Durch die hohen Temperaturen draußen, steigt auch die eigene Körpertemperatur an. Der Körper versucht diese durch erhöhte Schweißproduktion zu senken. Dadurch verliert der Körper allerdings viel Flüssigkeit und Mineralstoffe, die wichtig für den Organismus sind. Außerdem weiten sich die Blutgefäße zur Abkühlung und somit fällt der Blutdruck, und der Kreislauf wird geschwächt. Dadurch entstehen dann beispielsweise Kopfschmerzen, Schwindel oder Konzentrationsschwierigkeiten. Besonders hitzeempfindlich sind vor allem chronisch-Kranke, Übergewichtige oder ältere Menschen sowie Babys und Kleinkinder, da deren Kreislauf generell schwächer ist.

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