Metzingen Mit der Sonne kommt die volle Süße in die Frucht

Paul Reinhardt erntet die ersten Äpfel der Sorte Elstar in der Obstanlage im Neugreuth.
Paul Reinhardt erntet die ersten Äpfel der Sorte Elstar in der Obstanlage im Neugreuth. © Foto: Peter Swoboda
Metzingen / Peter Swoboda 28.08.2018

So frühzeitig wie noch nie hat in der städtischen Obstanlage im Metzinger Neugreuth die Apfelernte begonnen.  „Wir sind mindestens drei Wochen vor einer normalen Ernte dran“, sagt der Leiter des städtischen Betriebs, Detlef Schollmeier.

Die früheste Sorte ist der Elstar. Was jetzt gemacht wird, nennt der Fachmann überpflücken. Der Rest wird bei einer zweiten Pflückung abgeerntet. Viele Äpfel liegen schon auf dem Boden, die geben das Mostobst. Aber nur, wenn sie in einwandfreiem Zustand sind.

Das viele Fallobst ist der großen Trockenheit dieses Sommers geschuldet. Besonders schnell fällt laut Schollmeier die Goldparmäne. Typisch für diese Apfelsorte sei es, dass viele schon vor der Reife fallen, da reicht bereits ein leichter Wind. Deshalb wird die Goldparmäne ebenfalls demnächst geerntet.

An Masse mangelt es in diesem Jahr nicht, die Bäume hängen voller Früchte. Das war  laut Schollmeier schon bei den Zwetschgen so wie auch bei den Kirschen. Einen Nachteil hat der starke Behang allerdings, die Äpfel sind nicht ganz so groß wie sonst. Das liegt zum einen ebenfalls an der Trockenheit, zum anderen ist es die natürliche Alternanz, denn im vergangenen Jahr gab es praktisch einen Ernteausfall.

Allgemein leiden die Bäume unter der Trockenheit. „Viele ältere Obstbäume“, sagt Detlef Schollmeier, „brechen wegen anhaltender Trockenheit sogar zusammen.“ Wenn es ganz dumm läuft, könnte es auch Folgeschäden für das nächste Jahr geben, weil die Bäume einfach in einem schlechten Zustand  sind. Aus diesem Grund haben Apfelbäume mit schwachwachsender Unterlage im städtischen Obstbaubetrieb keine Zukunft. „Wir verwenden nur noch Bäume mit stark wachsender Typenunterlage (M 25) aus England.“ Von der allgemeinen Qualität der Äpfel ist Detlef Schollmeier  begeistert. Er wünscht sich freilich noch einen ordentlichen Regen, 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter dürften es schon sein. Außerdem wären ein paar kühlere Nächte hilfreich, um die Qualität noch zu steigern. Denn: „Ausreichend Zucker  ist in den Äpfeln bereits vorhanden“.

Diese Tatsache lässt einen „hervorragenden Most“ erwarten, egal ob Saft oder vergorenen schwäbischen Most. Darauf könne man sich auf jeden Fall jetzt schon freuen. Das heiße, trockene Wetter hat auch noch andere negative Begleiterscheinungen: Die Schädlinge haben zugeschlagen, die mögen dieses
Wetter. „Da mussten wir im Pflanzenschutz schon einiges tun“, sagt Schollmeier. Freilich alles im Rahmen des Erlaubten, da sind einem Biobetrieb ja Grenzen gesetzt. Auch die Nützlinge hatten in diesem Jahr viel zu tun. Jedenfalls hat der Marienkäfer und seine Larve bei den Blattläusen ordentlich aufgeräumt. Dagegen ist wie so oft der Apfelwickler, gemeinhin Obstlarve genannt, ein Problem. Gegen diesen Schädling hilft eben nur ein Pflanzenschutzmittel.

In großen Massen ist laut Schollmeier auch die Apfelblutlaus aufgetreten. „Aber“, so der Betriebsleiter weiter, „die Blutlauszehrwespe hat da ganze Arbeit geleistet und den Schaden behoben. Da waren wir wunderbar im Gleichgewicht.“

Die etwa zwei Millimeter langen, braun-rot gefärbten erwachsenen Tiere sind mit einer weißen, watteartigen Wachsschicht überzogen. Wenn man sie zerdrückt, läuft ein blutroter Saft aus, daher der Name Blutläuse. Die Tiere saugen am Gewebe der Bäume, wobei krebsähnliche Schwellungen auf der Rinde entstehen.

350

Tonnen Äpfel erwartet der Leiter des städischen Obstbaubetriebs Metzingen, Detlef Schollmeier,  als Ernte in diesem Jahr. Und das bei ausgesprochen guter Qualität.

Verkauf und Versteigerungen

In der Obstlagerhalle des städischen Obstbaubetriebs im Neugreuth werden auch schon Äpfel verkauft. Außerdem werden Bäume versteigert. Die jeweils aktuellen Termine und Orte erfährt man am Info-Telefon (Anrufbeantworter) unter der Nummer (0 71 23) 6 08 47.

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