Bad Urach Mit dem Martha-Marsch in den Tag

Perfekter Auftakt für ein sonniges Wochenende: Die Musikschule spielte am Samstag im Herzen der Kurstadt auf.
Perfekter Auftakt für ein sonniges Wochenende: Die Musikschule spielte am Samstag im Herzen der Kurstadt auf. © Foto: Kirsten Oechsner
Bad Urach / Kirsten Oechsner 09.07.2018

Vertraute Gefühle kamen bei den Urachern am Samstag auf, als der Martha-Marsch in der Innenstadt erklang. Für die Schäferlauf-Atmosphäre in einem Zwischenjahr verantwortlich war das Bläserensemble der Musikschule: Die jungen Musiker stellten hörbar unter Beweis, dass sie mehr können als Klassik und Jazz. Das galt auch für die weiteren vier Musikschul-Ensemble, die zur Marktzeit für Unterhaltung auf dem Marktplatz sorgten.

Facettenreicher Auftritt

Eine Weltreise kann ziemlich kurz sein – knapp eine Stunde hatten sich die Musiker dafür Zeit genommen – und doch sehr intensiv: Die Geiger und Cellisten, Musiker an der Querflöte und eben die Blechbläser starteten in Bad Urach eine etwas ausgefallene Reiseroute, die sie quer durch Europa und die anderen Kontinente führte. Es wurde musikalisch unter anderem Station in Ungarn und Österreich, England, den USA und Irland oder auch Mexiko gemacht. So kunterbunt die Länderauswahl, so facettenreich waren auch die Epochen und Musikstile von Klassik bis populär. Und einmal erklang Mozarts „Die kleine Nachtmusik“ gleich in zwei Versionen: In der allseits bekannten klassischen und einer Bluesvariation.

Insgesamt 400 Jungen und Mädchen, aber auch der eine oder andere Erwachsene, werden bei der Musikschule unterrichtet. Rund 45 von ihnen spielten am Samstag auf dem Marktplatz, zur Überraschung so mancher Passanten. Viele von ihnen nahmen sich spontan die Zeit für das unerwartete Konzerterlebnis, stellten die prall gefüllten Einkaufstaschen ab oder verschoben ihre Erledigungen. Andere freuten sich, im Café sitzend über die zufällige musikalische Begleitung des Frühstücks. Andere waren bewusst in die Innenstadt gekommen: „Weil Musik einfach Spaß macht“, sagte eine Seniorin.

Das Querflöten-Ensemble und die Blechbläser, die Cello-Gruppe und das Nachwuchsorchester sowie das Musikschul-Orchester selbst genossen das Musizieren mit Sonnenhut und Sonnenbrille in der ungewohnten Umgebung, auch wenn der Klang natürlich nicht so gut ist wie in einem Konzertsaal. Doch das schmälerte die Freude der Zuhörer nicht: „So etwas könnte ruhig öfters stattfinden“, sagte ein Passant denn auch. Denn knapp ein Stunde lang herrschte eine entspannt-lässige Atmosphäre auf dem Marktplatz, die Menschen kamen miteinander ins Gespräch und freuten sich in großer Runde über die Klänge aus aller Welt. Von Hektik war unter den Zuhörern nichts zu spüren, und auch auf dem Wochenmarkt selbst schienen die Kunden etwas zu entschleunigen. Nur wenn sich der Stadtbus seinen Weg an Publikum und Musikern vorbei über den Marktplatz bahnen musste, entstand kurzzeitig so etwas wie Unruhe.

Mit Potenzial

Vergangenes Jahr hatte die Musikschule das erste Mal auf dem Marktplatz musiziert: „Das war ebenfalls am ersten Juli-Wochenende“, berichtet Musikschulleiter­in Ute Wieland. Und so fand die zweite Auflage eines kleinen, aber feinen Platzkonzerts statt, das das Potenzial zur Traditionsveranstaltung hat: „Mal sehen“, sagte Ute Wieland lächelnd dazu. Den Urachern, aber auch Gästen aus den umliegenden Gemeinden, Urlaubern und Kurgästen haben die jungen Musiker mit ihren Weisen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert – so macht eine Kurzreise um die Welt Spaß.

45

Musikschüler haben am Samstagmorgen in der Stadtmitte aufgespielt. Zum zweiten Mal gab es ein solches Platzkonzert, das die Musikschule organisiert hat.

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