Janosch, der vor einem Monat seinen 84. Geburtstag gefeiert hat, ist nicht nur ein begnadeter Kinderbuchautor, sondern auch Schriftsteller und Illustrator. Neben seinen Kinderbüchern hat der Künstler zahlreiche Romane und Theaterstücke für Erwachsene verfasst, in denen er sich mit Themen wie Religion, mit der Frage nach dem Sinn des Lebens und wahrer Lebenskunst beschäftigt.

Mit all seinen bekannten Figuren startet er am heutigen Samstag eine umfangreiche und abwechslungsreiche Ausstellung in der Galerie Frenzel in Heroldstatt. Mit 110 Unikaten und 122 Radierungen. Darunter ausgewählte Originale aus allen Schaffensperioden. Die ältesten Arbeiten stammen aus den 1950er-Jahren. Aber auch Aquarelle mit Landschaften und Häusern sowie humoristische Motive und die klassischen Tiger- und Bär-Motive, für die Janosch bekannt ist, sind in der Ausstellung zu sehen.

Zudem stellt der Künstler Wondrak-Aquarelle aus den vergangenen beiden Jahren aus. Die Wondrak-Serie erscheint wöchentlich im "Zeitmagazin" und widmet sich aktuellen politischen Themen, erzählt der auf Teneriffa lebende Künstler, der ein Faible für knappe Antworten hat. Gestern Nachmittag hat er sich kurz nach der Landung in Stuttgart Zeit genommen für ein paar Fragen unserer Zeitung.

SÜDWEST PRESSE: Guten Tag, wie spricht man Sie an? Janosch, Herr Janosch oder Herr Horst Eckert, wie Ihr richtiger Name lautet?

JANOSCH: Herr Janosch oder einfach Herr!

Schön, dass Sie sich Zeit für uns nehmen. Sie sind bekannt dafür, dass Sie ungern Interviews geben. . .

JANOSCH: Das ändert sich täglich.

Heute sind Sie von 15 Uhr an zwei Stunden lang zu Gast in Heroldstatt. In einer Galerie, die abseits der Großstädte liegt. Wie kommt es, dass Sie in die Provinz gehen?

JANOSCH: Was gibt es Besseres als die Provinz? Die Besucher erwartet allerhöchste Beglückung. Echt.

Vor fünf Jahren kündigten Sie an, keine weiteren Bücher mehr schreiben und keine Malereien mehr machen zu wollen, "um nur noch reisen zu können und in der Hängematte zu liegen". Sie sind, das freut Ihre Fans, rückfällig geworden. War Ihnen das Rentnerdasein doch zu langweilig?

JANOSCH: Mir ist nie langweilig. Vielleicht habe ich damals ein wenig gelogen. Oder konnte meine Pläne noch nicht umsetzen. Man muss seine Pläne täglich ändern. Mit dem Wetter.

Sie selbst haben mal gesagt, Sie halten sich für unbegabt. Wie erklären Sie es sich, dass Sie trotzdem zu den erfolgreichsten Kinderbuchautoren Deutschlands gehören und Ihre Unikate und Radierungen überall gefragt sind?

JANOSCH: Wo liegt der Maßstab zwischen begabt und unbegabt?

Sie haben so viele Figuren erfunden. Die neueste ist Herr Wondrak. Welche ist Ihre liebste?

JANOSCH: Wondrak. Weil der nicht erfunden ist. Den kenne ich. Der bin ich.

Sie haben neben Ihren Kinderbüchern zahlreiche Romane und Theaterstücke für Erwachsene geschrieben. Und Sie malen. Was macht am meisten Spaß?

JANOSCH: Mir macht alles Spaß. Außer echter Arbeit.

Herr Janosch, Sie malen in Ihren Bildern zum Thema Fußball nur Spieler von Borussia Dortmund. Sind Sie Fan von den Schwarz-Gelben?

JANOSCH: Ich kenne keinen anderen Verein. Ich habe keine Ahnung vom Fußball. In Oberschlesien hieß eine Kohlengrube Borussia. Daher kann ich mir den Namen merken.

Sie haben heute vor einem Monat ihren 84. Geburtstag gefeiert. Nachträglich alles Gute! Was planen Sie für die Zukunft?

JANOSCH: Den 91. Geburtstag.

Zu Gast auf der Alb

Janosch kommt heute, Samstag, 11. April, von 15 Uhr bis gegen 17 Uhr in die Galerie Kunsthaus Frenzel nach Heroldstatt, Lange Straße 6. Dort sind noch bis Freitag, 17. April, 110 Unikate und 122 Radierungen zu sehen. Der Künstler signiert ausschließlich seine Unikate und Radierungen - und keine mitgebrachten Bücher, Postkarten oder anderes Bildmaterial. Hierfür bittet das Management schon vorab um Verständnis. Um Anmeldung wird gebeten unter Telefon: (0 73 89) 1288 oder per E-Mail an kontakt@frenzel-kunsthaus.de.

SWP